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Höhere Standards bei Langstreckentransporten

Erlass macht ZAMG-Wetterportal zur Grundlage für Hitzebewertung beim Transport

Höhere Standards bei Langstreckentransporten

Auszug aus dem Wetterportals der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die für Lebendtiertransporte kritischen Außentemperaturen von über 30 °C werden farblich hervorgehoben. Rot bedeutet mehr als vier Tage über 30 Grad prognostiziert, braun 1-3 sowie grün lt. Prognose kein Tag mit über 30 Grad Celsius.

 

"In den vergangenen Jahren waren die Sommertemperaturen in Europa so hoch, dass bisher gesetzte Maßnahmen für Lebendtiertransporte wie die Vergrößerung des Platzangebotes bei Hitze allein oft nicht ausreichten, um Leiden der Tiere zu verhindern", so Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Daher habe sein Ressort einen Erlass an die Landeshauptleute geschickt, der die Vorgehensweise bei Langstreckentransporten von Lebendtieren unter heißen Wetterbedingungen nachschärft.

Wenn entlang der geplanten Route eine Tageshöchsttemperatur von
30 °C  oder mehr zu erwarten ist, ist bei Langstreckentransporten der Organisator zu verpflichten, die Verladung der Tiere in den kühleren Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr durchzuführen. Zudem ist sicherzustellen, dass der Transport bei einer Außentemperatur unter 30 °C durchgeführt wird. Um eine einheitliche Beurteilung der Fahrtenbücher zu ermöglichen, ist hierfür die Wettervorhersage des neu dafür geschaffenen Wetterportals der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zu verwenden.

Im Auftrag des Gesundheitsministeriums hat die ZAMG ein Wetterportal für Lebendtiertransporte entwickelt, in dem die Tageshöchsttemperaturen entlang der vom Exporteur vorgegebenen Routen prognostiziert werden. Die Routen werden auf einer Karte dargestellt und je nach unterschiedlichen Klimagebieten in etwa fünf bis zehn Abschnitte unterteilt, für die die höchsten Tageswerte der Lufttemperatur vorhergesagt und angezeigt werden. Die für Lebendtiertransporte kritischen Außentemperaturen von über 30 °C werden farblich hervorgehoben.

Bisher konnten Exporteure und kontrollierende Behörden auf unterschiedliche Wetterportale zurückgreifen, um zu argumentieren, ob mit Temperaturüberschreitungen zu rechnen sei oder eben nicht. Jetzt gibt es eine gemeinsame und einheitliche Wettervorhersage sowohl für die Exporteure als auch für die kontrollierende Behörde. Diese ist laut dem Erlass verpflichtend zu verwenden.

Beim Verladen von Exporten von Wiederkäuern nach Südosteuropa muss im Rahmen der Prüfung von Fahrtenbüchern die Hitzesituation am Grenzübergang zwischen Bulgarien und der Türkei berücksichtigt werden. Zusätzlich werden Exporte in andere Drittstaaten verschärft: Wird festgestellt, dass entlang der geplanten Route laut Wetterprognose an mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen Tageshöchsttemperaturen von 30 °C oder mehr zu erwarten sind, so sind diese Fahrtenbücher nicht zu bestätigen und der Transport nicht zu genehmigen, heißt es in dem Erlass.

Quelle: AIZ

 

 

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