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Almsommer 2021: Nervenaufreibend und herzzerreißend!

Die Arbeit der heimischen Bäuerinnen und Bauern wird in der Gesellschaft sehr geschätzt, was erst kürzlich durch eine Umfrage von KeyQUEST im Auftrag der ARGE Bäuerinnen mit 94% der Befragten eindeutig bestätigt wurde.

Almsommer 2021: Nervenaufreibend und herzzerreißend!

Kommentar von Stefan Lindner, Obmann der ZAR

Woher kommt diese hohe Zustimmung? Ganz einfach, weil wir dieses Image mit unserer Arbeit tagtäglich auf unseren Betrieben vorleben, möglichst naturnahe Produkte herzustellen und jedes einzelne Tier am Betrieb bestmöglich zu versorgen.

Jedes Tier bei bestmöglicher Gesundheit und am Leben zu erhalten, gehört zur Grundverantwortung eines jeden Tierhalters und muss man im Normalfall erst gar nicht extra erwähnen. Die letzten Häufungen von getöteten Nutztieren durch große Beutegreifer machen dies aber leider notwendig. In manchen heimischen Regionen herrscht deswegen bereits ein Ausnahmezustand. Da die aktuelle Situation sowohl einen wirtschaftlichen als auch einen noch viel größeren emotionalen Schaden bei den heimischen Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern anrichtet, möchte ich die Initiative unserer Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger voll und ganz unterstützen, Problemwölfe schnell und unbürokratisch aus ihrem Jagdrevier zu entfernen. Hier müssen wir, wie von unserer Landwirtschaftsministerin gefordert, die politischen Vertreter sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene mit Nachdruck auffordern, praxistaugliche Lösungen für die heimischen Bäuerinnen und Bauern so rasch als möglich umzusetzen.

Für mich ist es unverständlich, dass einerseits der überwiegende Teil der Gesellschaft hinter den heimischen Bäuerinnen und Bauern steht, andererseits dieselbe Gesellschaft es zulässt, wenn große Beutegreifer im Blutrausch Lämmer, Schafe und Ziegen und bereits so manches neugeborene Kalb in einer schonungslosen brutalen Art und Weise reißen. Die Bilder, welche die heimischen Tierhalter erleben müssen, möchte ich niemandem zumuten. Biodiversität ja, aber nicht auf Kosten unserer heimischen Alm- und Grünlandwirtschaft. Die Nutztierhaltung hat im Alpenraum eine jahrhundertelange Tradition. Ebenso das Bejagen von großen Beutegreifern.

Einzelne Bauern treiben bereits keine Tiere mehr auf die Almen, da in manchen Regionen ein effektiver Herdenschutz zu aufwändig oder in der Praxis einfach nicht durchführbar ist. Nicht auszudenken, wenn mehrere Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter diesem Beispiel folgen. Der erste Leittragende wäre der heimische Tourismus, der vor allem in den ländlichen Gebieten auf die von heimischer Menschenhand gepflegte Kulturlandschaft fußt. Bei allem Verständnis für die verschiedenen Positionen unserer Gesellschaft, wir dürfen nicht müde werden, auch weiterhin objektiv zu informieren und die Bevölkerung über die weitreichende Bedeutung der heimischen Nutztierhaltung aufzuklären. Auch wenn es für die direkt betroffenen Bäuerinnen und Bauern mühsam, wenn nicht sogar nervenaufreibend ist und beim Anblick ihrer getöteten Tiere vor allem herzzerreißend!

Euer Stefan Lindner

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