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48. Viehwirtschaftliche Tagung

Am 24. und 25. März  fand zum 48. Mal die Viehwirtschaftliche Fachtagung des Instituts für Nutztierforschung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein statt.

48. Viehwirtschaftliche Tagung

Stefan Lindner referierte im Rahmen der Viehwirtschaftlichen Tagung über aktuelle Vermarktungswege heimischer Kälber.

 

So wie bereits im Vorjahr wurde auch heuer die Tagung als Webinar organisiert. Während dieser zweitägigen Veranstaltung präsentierten heimische und internationale Experten vor 200 TeilnehmerInnen aktuelle Ergebnisse aus Wissenschaft und Praxis.

Stefan Lindner, Obmann der RINDERZUCHT AUSTRIA, erläuterte hierbei den heimischen und internationalen Kälbermarkt. Seit dem EU-Beitritt gingen die Kälberschlachtungen in Österreich ständig zurück. 

48. Viehwirtschaftliche Tagung

Im Kälbersortierstall in Bergheim, Sbg., werden die Kälber nach Größe und Rasse getrennt, mit Elektrolyten versorgt und für den Langstreckentransport nach Vic, Spanien, verladen.  

 

Kalbfleisch wird zum Großteil (60%) importiert, ein Teil der heimischen Kälber, die nicht in Österreich gemästet werden können, werden über die Sammelstelle in Bergheim, wo wöchentlich ein Kälbermarkt stattfindet, über Bozen ins spanische Vic exportiert. Die Kälber müssen hierfür ein Mindestalter von 2 Wochen aufweisen.

Nach der erfolgreichen Anlieferung der Kälber von den heimischen Bäuerinnen und Bauern und mindestens sechs Stunden Ruhepause werden die Kälber in den modern mit Tränken, Temperatursensoren und genügend Einstreu ausgestatteten LKWs verladen, wo sie die Reise nach Bozen, dem ersten Zwischenstopp vor Spanien, antreten. Ein Direkttransport von Salzburg nach Vic mit einer mindestens einstündigen Pause ist nicht mehr möglich, da das Be- und Entladen der Tiere nach einer Klarstellung der EU-Kommission im Vorjahr nun zur gesamten Transportdauer hinzugerechnet wird. Die Kälber werden dann in Spanien auf regionale Mastbetriebe verteilt.

Ein Weiterverkauf an Länder außerhalb der EU kann von österreichischer Seite nicht verhindert werden. So kann es vereinzelt vorkommen, dass auch heimische Kälber in nordafrikanischen Ländern verbracht werden. Daher fordert die RINDERZUCHT AUSTRIA ein EU-weites Verbot von Schlachttiertransporten außerhalb der EU und vor allem einheitliche Kontrollen im innergemeinschaftlichen Handel.

48. Viehwirtschaftliche Tagung

Die LKWs sind mit Tränken, Temperatursensoren und Ventilatoren ausgerüstet.  

An Strategien zur Reduktion von Kälbertransporten wird bereits intensiv gearbeitet. In zahlreichen Bundesländern gibt es bereits seit Jahren regionale Vermarktungsschienen. Die Bundesländer Tirol und Salzburg zahlen für Kälber, die für den Export vorgesehen sind, eine Prämie, wenn sie in Österreich geschlachtet werden.

Die ARGE Rind forciert derzeit erfolgreich das Projekt Kalb Rosé. Eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft vor allem in verarbeitenden Produkten bzw. in der Gastronomie würde hier jedenfalls für weitere Transparenz für die heimischen Konsumenten sorgen. Die Präsentationen stehen unter

https://raumberg-gumpenstein.at zur Verfügung.

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