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100 Jahre Rinderzucht Salzburg

Am 26. Februar 1921 wurde mit der Gründung des Verbandes der Zuchtgenossenschaften für die Reinzucht des Pinzgauerrindes ein ganz wesentlicher Schritt für die Rinderzucht im Bundesland Salzburg gesetzt.

Eröffnung Versteigerungshalle

Eröffnung der Versteigerungshalle am 23.9.1951

Die Bemühungen um eine gezielte züchterische Verbesserung der heimischen Rinderzucht reichen jedoch weit in das 19. Jahrhundert zurück.

 

Erste Zuchtgenossenschaften

Mit tatkräftiger Unterstützung durch Heinrich Gierth (Wanderlehrer und k.k. Bezirks-Tierarzt) erfolgte in Salzburg die Gründung der ersten Stammzuchtgenossenschaften. Den Anfang machte im Jahre 1897 Niedernsill-Uttendorf. Es folgte Stuhlfelden, 1898 Maishofen, 1899 Mittersill sowie 1900 Saalfelden und St. Johann im Pongau. Unterstützt wurden die Genossenschaften von einem von der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft bestellten Zuchtbuchführer, dem die Einmärkung der Stammtiere, die Führung der Zuchtbücher sowie die Ausfertigung der Stammscheine oblag.

Verbandsgründung

Den Beispielen in anderen Bundesländern und in Bayern folgend, schlossen sich am 26. Februar 1921 bei einer Gründungsversammlung im Gasthof Bräu in Zell am See die bereits bestehenden 20 regionalen Stammzuchtgenossenschaften zumVerband der Zuchtgenossenschaften für die Reinzucht des Pinzgauerrindes in Salzburg zusammen.

Zum Obmann wurde Dominikus Schwarz, Herrschaftsdirektor gewählt, der als Güterdirektor den landwirtschaftlichen Großbetrieb Brandlhof von Hermann Schmidtmann nach neuesten Erkenntnissen erfolgreich führte. Als sein Stellvertreter wurde Heinrich Schlosser, Schneiderau aus Uttendorf gewählt.

 

Der bis 1939 amtierende Vorstand leistete eine enorme Aufbauarbeit. So stieg in diesem Zeitraum die Zahl der Mitglieder von 263 auf mehr als 1.800, die in 26 Zuchtgenossenschaften organisiert waren. 1921 betrug die Durchschnittsleistung der 1.458 Kühe 1.917 kg Milch, 1937 lag sie bei 6.823 Kühen bei 2.530 kg. Eindrucksvoll auch die Zahl der 15.004 Stück Zucht- und Nutzrinder, die über den Verband vermarktet wurden.

Erste Versteigerung Maishofen

1. Versteigerung in Maishofen

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahre 1938 wurden die Landwirtschaftskammer, die demokratisch legitimierte Standesvertretung, aufgelöst. An deren Stelle trat der Reichsnährstand, eine direkt der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) unterstellte staatliche Behörde, dessen Organe ein volles Durchgriffrecht auf alle landwirtschaftlichen Organisationen hatten. Unter dessen Druck erfolgte am 26. März 1939 der Zusammenschluss des Tiroler und Salzburger Verbandes zum Verband zur Zucht des Pinzgauer Rindes in Salzburg und Tirol.

Um für den Verband zeitgemäße Einrichtungen für die zentrale Herdbuchführung, für ein Labor zur Milchfettuntersuchung und für eine Versteigerungshalle zu schaffen, wurde bereits 1941 in Maishofen, mit Unterstützung der Gemeinde und der Bauernschaft, ein entsprechendes Grundstück erworben. Auf diesem Gelände wurden noch während der Kriegszeit die ersten Stierversteigerungen abgehalten.

Nach einer gründlichen Vorbereitungs- und Planungsphase wurden von 1949 bis 1951 das Verwaltungsgebäude, die ersten Stallungen und die Versteigerungshalle gebaut. Die Einweihung erfolgte im Rahmen einer großen Gauausstellung am 23. und 24. September 1951.

Die Fertigstellung der Verbandsanlage 1951 stellte einen absoluten Höhepunkt in der Geschichte des Rinderzuchtverbandes dar. Sie bildete die Basis für die weitere positive Entwicklung in den nachfolgenden 70 Jahren. Sehr viel ausführlicher wird die Rinderzucht in Salzburg, von ihren Anfängen bis in die Jetztzeit, in einer Chronik dargestellt, die noch in diesem Jahr erscheinen wird (Herausgeber: Rinderzucht Salzburg).

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