Sprachauswahl


NTÖ: Tierwohlpakt für die Weiterentwicklung der Nutztierhaltung

Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) mit den Dachverbänden der Rinder (ZAR, Arge Rind), Schweine (VÖS), Schafe, Ziegen (ÖBSZ), Geflügel (ZAG) und Pferde (ZAP) sieht den vereinbarten Pakt zum Ausbau von Tierwohl und Lebensmittelstandards als wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der heimischen Nutztierbranche.

„Wir begrüßen die Initiative von Frau Bundesministerin Elisabeth Köstinger zu diesem sehr wichtigen Thema und werden uns seitens der Dachorganisationen der Österreichischen Veredelungswirtschaft gerne in die gemeinsame Arbeit aktiv einbringen“, betont NTÖ-Obmann Walter Lederhilger.

Österreich zeichnet sich durch seine kleinstrukturierten Familienbetriebe aus, die tagtäglich qualitativ hochwertige Lebensmittel unter Einhaltung höchster Tierschutz- und Produktionsstandards erzeugen. „Wir brauchen den Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen – im Gegenteil – wir stehen zu mehr Tierwohl und sind stolz hier Spitzenreiter zu sein“, so Walter Lederhilger, der hier auf das Platz 1 Ranking von Österreich von der Tierschutzorganisation „World Animal Protection“ verweist.

Der Wert der tierischen Produktion beträgt rund 3,6 Mrd Euro, die tierischen Erzeugnisse stellten mit 48,1% fast die Hälfte der gesamten landwirtschaftlichen Produktion dar. Der Pakt für mehr Tierwohl sieht nun eine 120 Mio Euro Förderung für Investitionen in der tierischen Veredelung vor. Die Vertreter der Nutztierbranche sehen diese Investitionsförderung für den Erhalt der Eigenversorgung von großer Wichtigkeit. „Dass besonders tierfreundliche Systeme im Rahmen der Investitionsförderung eine zentrale Rolle spielen und eine besondere Beachtung finden, ist aus unserer Sicht positiv hervorzuheben. Der Schwerpunkt geht auch hier in Richtung mehr Tierwohl“, merkt Walter Lederhilger an.

Auf der einen Seite sind für Betriebe mit Ferkelaufzucht, Schweinemast und Rinderzucht Förderanreize, wie für mehr Platz, größere Buchten oder getrennte Funktionsbereiche vorgesehen, auf der anderen Seite wird es zukünftig für Neubauten von Anbindeställen keine Förderungen mehr geben.

Im Rinderbereich gibt es zusätzlich zur Investitionsoffensive Tierwohlmaßnahmen, wie für Laufställe, und Qualitätsprogramme. Durch den Tierwohlpakt wird die heimische Kalbfleischproduktion erheblich durch den Ausbau des Kalbfleisch Rosé und des Milchmastkalbes gestärkt.

Die Nutztierbranche pflegt einen intensiven Austausch mit den Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Im Bereich Tierwohl sind das insbesondere das Gesundheitsministerium die Veterinärmedizinische Universität, die AGES, die Veterinärbehörden, die Labors, der Tiergesundheitsdienst und die Tierärzteschaft. Als Weiterentwicklung wird der Aufbau eines Österreichischen Tiergesundheitsdienstes gesehen, bei dem Programme wie zur Umsetzung von Tierwohlvorgaben gebündelt werden könnten.

Die Vertreter der Nutztierbranche sehen den Tierwohlpakt als Start für eine gemeinsame Weiterentwicklung der heimischen Tierhaltung. Dabei ist es wichtig, den Absatz der heimischen Produkte zu sichern und faire Preise zu erzielen. Die Lösung zur Abgrenzung der unter ganz anderen und viel niedrigeren Bedingungen erzeugten Produkten aus dem Ausland bedarf es aber einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung im Außerhausverzehr und in der Gemeinschaftsverpflegung.

zurück