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Strengere Kontrollen für Zuchtrinderexporte in Drittstaaten

Mit einer "Aktion scharf" will Bundesminister Rudolf Anschober Lebendtiertransporte in Staaten außerhalb der EU streng regulieren.

Strengere Kontrollen für Zuchtrinderexporte in Drittstaaten

Die österreichische Rinderzucht und vor allem auch die österreichischen Exporteure sind bemüht, dass die Tiere im besten Zustand auf den internationalen Partnerbetrieben ankommen. Das Foto zeigt österreichische Zuchttiere der Rassen Fleckvieh und Braunvieh auf dem Produktions- und Veredelungsbetrieb „Günaydin“ in Gönen, Balikesir, Türkei. 

 

Die Einhaltung aller Tierschutzvorgaben muss sichergestellt sein, sonst dürfen diese Transporte in Österreich nicht länger abgefertigt werden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Der Gesundheitsminister will jetzt rigoros prüfen lassen, bevor die Tiere auf einen Transporter verladen werden. „Mit dem Erlass soll sichergestellt werden, dass die Tiere auf dem Weg in Drittstaaten regelmäßig entladen werden können, sodass sie getränkt sowie gefüttert werden und sich ausreichend erholen können. Ohne klare Belege der Transportunternehmen, dass alle Auflagen eingehalten werden, darf künftig kein Tiertransport von Österreich aus in einen Drittstaat starten", so der Minister.

Worum geht es hier genau: Im Erlass „Vorgehen bei Lebendtiertransporten während Covid 19“ wird gefordert, dass Fahrtenbücher nur dann zu stempeln sind, wenn sich die Transporteure verpflichten, nach dem Transport der abfertigenden Behörde das vollständig ausgefüllte Fahrtenbuch und eine Video- bzw. Fotodokumentation mit genauem Ort (GPS), Datum und Zeitangabe im Bereich des Grenzübertritts, der Entladungen an Kontrollstellen sowie am Bestimmungsort vorzulegen. Auf dem Material muss das Fahrzeug zu identifizieren sowie der Zustand der Tiere klar erkennbar sein.

Die ZAR arbeitet daher seit einigen Monaten intensiv daran, um  gegen pauschale Anschuldigungen von verschiedenen Organisationen zum Tiertransport Beweise für die sorgfältige und rechtmäßige Durchführung von Zuchtrindertransporten in Drittstaaten zu liefern. Von sämtlichen Transporten liegt bereits ausführliches Bild- und Videomaterial vor. Nach Prüfung des Materials entsprechen alle Kontrollstellen den gesetzlichen Standards. „Die ZAR stellt alle Daten transparent zur Verfügung, da wir wissen, dass die Zuchtrindertransporte mit größter Sorgfalt und natürlich rechtskonform durchgeführt werden. Wir werden mit unserem in permanenter Weiterentwicklung befindlichen Qualitätssicherungssystem auch in Zukunft im Sinne des Gesundheitsministers dafür sorgen, dass Tiere sicher und wohlbehalten ihre Zieldestinationen erreichen und dabei Transparenz gewährleistet ist. Für die Absicherung der heimischen Rinderwirtschaft ist es wichtig, die Geschäftsbeziehungen zu den internationalen Partnerbetrieben auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Einerseits zur Weiterentwicklung der Betriebe mit einer funktionierenden Tierzucht in den Exportländern, andererseits sorgt der Verkauf hochwertiger österreichischer Zuchtrinder für eine zusätzliche Wertschöpfung für die heimischen Rinderzuchtbetriebe", meint dazu ZAR-Obmann Stefan Lindner. Zu diesem Thema findet am 6. Juli 2020 ein vom Minister einberufener Tiertransport-Gipfel statt, in dem weitere Maßnahmen erarbeitet werden.

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