Sprachauswahl


Grauvieh

Das Tiroler Grauvieh ist silber- bis eisengrau, gelegentlich mit bräunlichem Anflug und mit einem schwarzen Flotzmaul. Charakteristisch ist am Rücken der weiße Aalstrich. Dunklere Farbschattierungen treten in der Umgebung der Augen, an Hals und Schultern sowie an der Außenseite der Schenkel auf. Die Umgebung des Flotzmaules, die Innenseite der Ohren, die Rumpfunterseite und das Euter sind nahezu weiß. Die Stiere sind dunkler und oft hell gesattelt. Ein weiteres Kennzeichen dieser Rasse sind die dunklen Klauen und Hörner.

Hausegger

Nutzungsrichtung

Das Tiroler Grauvieh ist eine Zweinutzungsrasse. Es kann als Milchrasse unter erschwerten Umweltbedingungen, als Fleischrasse in allen Produktionslagen sowie als Gebrauchskreuzung mit Fleischrassen eingesetzt werden.

Tiere dieser Rasse eignen sich besonders gut für „Low Input Systeme“, da dort ihre Anspruchslosigkeit, ihre gute Futterverwertung, ihre Leichtkalbigkeit, ihre Vitalität, ihr guter Körperbau, ihre funktionellen Euter und ihre hervorragende Milchqualität voll zur Geltung kommen.

Das aktuelle Zuchtziel baut auf Grundfutterleistung und Nachhaltigkeit in der Produktion. Wichtigstes Selektionskriterium ist der Gesamtzuchtwert. Dieser setzt sich aus 20% Milch- , 20% Fleisch- und 60 % Fitnesswerten zusammen. Bei der Milchproduktion strebt man 5000 kg Milch mit 4,0% Fett sowie 3,4% Eiweiß an. Das Ziel in der Fleischproduktion liegt darin, gute Tageszunahmen zu erreichen und beste Fleischqualität zu erzeugen. Besonderer Wert wird auf einen umgänglichen Charakter der Tiere gelegt, alle Verkaufstiere sind handzahm und halfterführig.

Statistik & Verbreitung

  • Österreich: 18.000 Tiere
  • Rassenanteil in Österreich: 0,9%

Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Rasse ist Tirol und Vorarlberg. Mittlerweile gibt es diese Rasse in fast allen österreichischen Bundesländern.

Wichtige Exportländer sind: Schweiz, Italien, Deutschland und Südosteuropa sowie auch Nordeuropa.

Zahlen

Ø Milchleistung: 4.934 kg – 3,97% F – 3,29% E (305 Tage)

Ø Fleischleistung:

  Tagesgewichtzunahme (g)
  200 Tage 365 Tage
M 1.081,60 926,9
W 1.006,00 812,3

Kontrollbetriebe (Herden): 1.402

Widerristhöhe (cm, Ø): 130

Gewicht (kg, Ø): 580

Rinder in Kontrollbetrieben: 13.398

Herdebuchkühe: 5.118

Ursprung: Tirol (A)

Historische Entwicklung

3.300 v. Chr.: Fund von Ötzi - Vorfahren des heutigen Tiroler Grauviehs wurden bereits in dieser Region gehalten.

Christi Geburt: Plinius und Strabo erwähnen in ihren Reiseberichten die gute Milchergiebigkeit des grauen Höhenviehs.

1879 - 1884: Erste detaillierte Klassifizierung der Haustierrasse Grauvieh von F. Kaltenegger in der Publikation „Die Rinder der österreichischen Alpenländer“.

1896: Gründung der ersten Viehzuchtgenossenschaften.

Der Beginn einer organisierten Zucht bewirkte eine Zusammenführung der ursprünglichen Landschläge „Oberinntaler, Lechtaler und Wipptaler“ zum Tiroler Grauvieh.

1908: Gründung der Grauviehgenossenschaft in Oberhofen zum Schutz und zur Förderung dieser Rasse. Die Existenz des Grauviehs war durch die Rassenvermischung gefährdet.

1914 - 1918: Verringerung des Gauviehbestands während des 1. Weltkrieges

1922 Gründung der ersten Gauviehzuchtvereine in Fiss, Serfaus, Ladis und Fließ

1924: Gründung des Tiroler Grauviehzuchtverbandes

1933: 1. Definition eines gemeinsamen Zuchtziels für alle Zuchtgebiete

1948: Errichtung der Station für künstliche Besamung in Imst, Brennbichl, heutiges Gelände des Agrarzentrum West

1967: Einführung der künstlichen Besamung mit Tiefgefriersperma

1969: Bau der Besamungsstation Birkenberg, Telfs

1993: Beginn des Qualitätsmarkenfleischprogramms Tiroler Grauvieh Almochs

1994: Anerkennung des 1. Grauviehzuchtvereines Vorarlberg, erste Anerkennung eines Grauviehzuchtvereines außerhalb von Tirol; Beginn der Tätigkeit als österreichweite Zuchtorganisation

1996: Erste Teilnahme an einer Bundesfleischrinderschau – St. Peter am Kamersberg, Stmk.

2004: Öffnung des Herdebuchs für die Spezielle Fleischrinderzucht


zurück