Sprachauswahl


OptiGene

Um Zuchtziele und Zuchtprogramme auch in Zukunft optimal zu gestalten, konnte Ende 2011 mit Unterstützung des BMLFUW ein Projekt zur Optimierung der langfristigen züchterischen Entwicklung der österreichischen Rinderrassen unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheit und der genomischen Selektion gestartet werden.

 

Eine Aufgabe dieses Projektes lag darin, die aktuellen Zuchtziele und Zuchtprogramme der Rinderrassen Fleckvieh, Braunvieh, Holstein, Pinzgauer und Grauvieh zu beleuchten und Vorschläge für Verbesserungen auszuarbeiten. Zur Überprüfung der Zuchtziele wurde in Österreich, Bayern, Baden-Württemberg und Tschechien eine Züchterbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse in die Neugestaltung der Zuchtziele eingearbeitet wurden. Darauf basierte die Überarbeitung des Gesamtzuchtwertes.

Die wissenschaftlichen Voraussetzungen dafür erarbeiteten die Wissenschaftler Rahmen von des Projekts OptiGene. Dazu wurden von der Universität für Bodenkultur die wirtschaftlichen Gewichte unter Berücksichtigung der zu erwartenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (keine Milchquote, ...) abgeleitet (Fuerst-Waltl et al., 2016). Im Arbeitspaket Gesamtzuchtwert wurden die genetischen Parameter aller im Gesamtzuchtwert berücksichtigten Merkmale, basierend auf den aktuellen Daten, neu geschätzt.

Ein wesentlicher Projektbaustein war die methodische Optimierung der Berechnungsmethode des Gesamtzuchtwertes (Pfeiffer et al., 2015). In einer Zuchtzielarbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern aus Deutschland, Österreich und Tschechien, wurden begleitend für die Rassen Fleckvieh und Braunvieh die wissenschaftlichen Grundlagen für die Diskussion mit den Entscheidungsträgern erarbeitet.

Die auf Basis des Projektes aktualisierten Zuchtziele für Fleckvieh und Braunvieh sind mit vielen Verbesserungen in die gemeinsame Zuchtwertschätzung Österreich-Deutschland-Tschechien im April 2016 eingeflossen. Für die Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Holstein Friesian sind mit den Entscheidungsträgern neue genomische Zuchtprogramme erarbeitet worden.

 

Die Zuchtprogramme der Rassen Pinzgauer und Grauvieh wurden wissenschaftlich evaluiert und mit den Vertretern der Zuchtorganisationen weiterentwickelt. Ein weiteres Arbeitspaket waren Untersuchungen zur „Optimum Gene Contribution Methode“, mit der hohe Zuchtfortschritte bei gleichzeitiger Kontrolle des Inzuchtanstieges erreicht werden sollen. Die Erkenntnisse sind derzeit in der Praxis in Umsetzung (Egger-Danner et al., 2015b).

 


Downloads

zurück