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ZAR begleitet Kälbertransport nach Spanien

Von Bergheim, Salzburg, bis Vic, Spanien

ZAR  begleitet Kälbertransport nach Spanien

V.l.: Den Kälbertransport begleiteten Dr. Simone Steiner (ZAR), Gaspar Vilaregut, er zeigte uns regionale Mastbetriebe, Moritz Lintner (GF Bozen Import) stand uns mit allen Informationen zur Verfügung, DI Lukas Kalcher (ZAR), Ing. Franz Zehentner (GF EZG Salzburg).

Tiertransporte und im Besonderen Kälbertransporte sind derzeit im mitteleuropäischen Raum ein intensiv diskutiertes Thema. Insbesondere in den sozialen Medien kursieren Fotos und vor allem Videos, deren Authentizität und Herkunft meist nicht zurück verfolgbar sind.

Diese Ausgangslage nahm sich die ZAR und die ARGE Rind zum Anlass, mit drei ihrer Mitarbeiter einen zuletzt unter Kritik stehenden Kälbertransport nach Spanien genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Transport startete am Montag um 22:45 Uhr über den Brenner vorbei an Bozen, Trient, Verona, Savona (einstündige Pause), Nizza, Montpellier und schließlich nach dem von Barcelona eine Autostunde entfernten Vic.

ZAR  begleitet Kälbertransport nach Spanien

Der Transport selbst erfolgt mit modernsten LKWs, welche die Anforderungen der EU-Transportverordnung (EU) 1/2005 erfüllen. 

 

 

Anlieferung der Kälber in Bergheim

Fünfzig Mal im Jahr, jeden Montag bis zur Abfahrt am späten Abend, herrscht Hochbetrieb in den Hallen der Erzeugergemeinschaft Rind (EZG) in Bergheim, Salzburg.

Der Geschäftsführer der EZG, Ing. Franz Zehentner, ist hier mitten im Geschehen. Er ist in Zusammenarbeit mit dem Inhaber von Bozen Import, Moritz Lintner, unter anderem dafür verantwortlich, dass die Kälber mit einem Mindestalter von 14 Tagen mindestens 6 Stunden vor der geplanten Abfahrt angeliefert und mit Milchaustauscher versorgt werden. Das entspricht exakt der EU-Tiertransportver-
ordnung (EU) 1/2005 für den Langstreckentransport, wie in diesem Fall nach Spanien. Währenddessen kontrolliert die Veterinärbehörde alle Transportpapiere und stellt bei Erfüllen der strengen Anforderungen ein gültiges Zertifikat aus. Der LKW wird noch mit ausreichend Stroh und Sägespänen eingestreut, bis schlussendlich die Tiere kurz vor der Abfahrt verladen werden.

Auf diesem Transport wurden 158 Kälber transportiert, somit standen jedem Tier 0,58 m2 zur Verfügung. Das gesetzliche Mindestmaß für Zuchtkälber liegt bei 0,3 bis 0,4 m2 Fläche pro Tier. Der LKW verfügt für derartige Transporte über eine spezielle Ausstattung, wie das ständige Messen der Temperaturen sowie ein GPS-Modul zum Messen der Fahrtdauer und der genauen Wegstrecke. Auch die Fahrer verfügen über eine spezielle Ausbildung.

ZAR  begleitet Kälbertransport nach Spanien

Moritz Lintner sorgt unmittelbar vor dem Transport für eine ausreichende Versorgung der Kälber mit Milchaustauscher.

 

Erfahrene Lenker sorgen für einen reibungslosen Transport

Moritz Lintner legt dabei sehr viel Wert auf eine „gelebte Partnerschaft“, wie er betonte. Die beiden Fahrer Luca und Paolo der Firma Birro fahren schon seit dreißig Jahren auf dieser Route. Durch diese Erfahrung kann der Transport ohne unnötige Verzögerungen durchgeführt werden. Sie kümmern sich auch persönlich um eine stressfreie Verladung der Tiere.

An diesem Montag wird um Punkt 22:45 Uhr gestartet, Simone Steiner, Franz Zehentner und Lukas Kalcher sind dem LKW dabei dicht auf den Färsen. Um die Lenkzeiten der Fahrer einzuhalten, findet kurz vor Rosenheim bei Bernau am Chiemsee nach 75 km der erste Fahrerwechsel statt. Es folgt nach einer neunstündigen Nachtfahrt um 07:52 Uhr die einstündige Ruhepause in einer Pannenbucht Nähe der Hafenstadt Savona. Sofort springen die Ventilatoren an, um den angenehmen Fahrtwind auch während der Standzeit zu generieren. Die beiden Fahrer kontrollieren laufend die Temperatur, die im Innenraum bei 27°C lag und versorgen die Kälber mit frischem Wasser. Sind die Arbeiten rund um den Transport erledigt, erst dann gibt es das Frühstück für die beiden Fahrer. Nach einer Stunde setzt sich der LKW Richtung Spanien wieder in Bewegung. Nach insgesamt 20 Stunden kommen die Kälber um 18:30 Uhr gesund und in einem sehr guten Zustand im regionalen Verteilerzentrum der Firma Vilarta S.A in VIC an.

ZAR  begleitet Kälbertransport nach Spanien

Sowohl das Verladen der Kälber in Bergheim als auch das Abladen in Vic erfolgt absolut stressfrei. 

Vermarktung an regionale spanische Rindermäster

Die Firma VILARTA S.A in Vic ist ein traditionsreicher Rindervermarktungsbetrieb, der von den Brüdern Gaspar, Luis und Gil Vilaregut in der bereits dritten Generation geführt wird. Auch in diesem Fall ist es eine Partnerschaft, die seit Jahrzehnten zwischen diesen Firmen funktioniert. Unmittelbar nach der Ankunft erhielten die Kälber rund 3 Liter Elektrolyttränke und wurden nach Rasse, Größe und Gewicht in großen und gut eingestreuten Boxen untergebracht. Von der zwei Mal neunstündigen Reise war den Kälbern nichts anzumerken, wie auch die Tierärztin Dr. Simone Steiner bestätigte: „Schön anzusehen war das lebhafte Treiben der Kälber. Einige fraßen, andere gingen oder sprangen sogar mit Bocksprüngen durchs Stroh - ein völlig anderer Anblick, als uns von den Tierschutzorganisationen vermittelt wird.“ Am folgenden Tag stellte Gaspar Vilaregut sechs regionale Mastbetriebe in Katalonien vor, bei denen die Kälber auf die regionalen Betriebe verteilt und dort ein Jahr lang gemästet und schließlich geschlachtet werden.

Auf dieser Reise wurde viel beobachtet, kontrolliert, dokumentiert, fotografiert und gefilmt. Das Material dient dazu, die Gesellschaft objektiv und transparent über den Ablauf eines Kälbertransportes zu informieren. Eine Zusammenfassung dieser Eindrücke erhalten Sie auf

www.zar.at -> Kurzfilm zum Thema Kälbertransport.

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