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FoKUHs: Bereits 20.000 Typisierungen!

Nach dem erfolgreichen einstimmigen Beschluss der Agrarreferentenkonferenz im Herbst 2017 konnte das Projekt FoKUHs bereits im Jänner 2018 erfolgreich gestartet werden.

FoKUHs: Bereits 20.000 Typisierungen

Mit einer Ohrstanze der Firma Allflex - die Allflex Livestock Intelligence ist auch Partner im Projekt D4Dairy - wird genetisches Material (DNA) entnommen, das im Austrian Institute of Technology (AIT) in Tulln extrahiert und von der Gene Control in München ausgewertet.

 

Das Ziel des Projekts ist die Förderung und Verbreitung der Herdengenotypisierung bei österreichischen Zuchtbetrieben. Damit soll die Nutzung der Genominformation für die Zuchtarbeit am Betrieb verstärkt und damit die Rentabilität der Rinderhaltung verbessert werden. Im Bereich der Genomik soll Zuchtwertschätzungen für bestehende und neue Gesundheitsmerkmale (Klauen, Stoffwechsel) etabliert und ganz allgemein die Sicherheit und Stabilität der Genomzuchtwerte verbessert werden.

„Das Projekt FoKUHs ist für die RINDERZUCHT AUSTRIA ein Schlüsselprojekt zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Rinderzucht“, zeigt sich Projektleiter DI Martin Stegfellner erfreut und dankt in diesem Zusammenhang der Agrarlandesrätekonferenz für das zur Verfügungstellen von Bundes- und Ländermittel im Rahmen der „Sonderrichtlinie zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft.

„Mit dem Stand Juni 2019 wurden insgesamt bereits 20.607 Genotypisierungen über FoKUHs durchgeführt. Davon entfallen knapp 16.000 auf Fleckvieh, 1.760 auf Braunvieh und 2.885 auf die Rasse Holstein Friesian. Im Bereich der Erfassung von Phänotypendaten wurden bisher 6.300 Ketose Tests, 16.700 Klauenpflegedaten, 5300 lineare Beschreibungen und valide Gesundheitsdaten mit tierärztlichen Diagnosen von über 300 Betrieben“, so Dr. Hermann Schwarzenbacher, der wissenschaftliche Leiter des Projektes.

FoKUHs: Bereits 20.000 Typisierungen

Mit den Experten der Zuchtverbände werden die Ergebnisse der Herdengenotypisierungen gemeinsam mit dem Züchter analysiert und weitere Maßnahmen besprochen.  

Derzeit nehmen insgesamt 463 Betriebe teil. Davon entfallen 346 Betriebe auf die Rasse Fleckvieh, 57 auf Braunvieh und 60 auf die Rasse Holstein, die über FoKUHs am Herdentypisierungsprojekt KuhVision teilnehmen.

Insgesamt sollen auf diesen Betrieben nächsten 4,5 Jahren 48.000 Genotypisierungen durchgeführt werden. Züchter die am Projekt teilnehmen, können bis zu 100% ihrer weiblichen Nachzucht zu einem reduzierten Preis von € 24 über das Projekt genotypisieren. Als Gegenleistung verpflichten sich die Betriebe unter anderem zur Einhaltung eines Besamungsanteils mit genomischen Jungvererbern von mindestens 75%, zur vollständigen Erfassung der Gesundheits- und Klauenpflegedaten und zur Durchführung von jeweils zwei Ketotests bei allen erstlaktierenden Kühen. Die Zuchtverbände führen außerdem eine lineare Beschreibung bei allen Erstlingskühen durch.

FoKUHs: Bereits 20.000 Typisierungen

Im AIT (Austrian Institute of Technology) in Tulln extrahieren Pipettierroboter die DNA-Proben, die von den MitarbeiterInnen der Zuchtverbände vorwiegend bei Kühen, Kalbinnen und Kälbern entnommen werden. Unter der Nutzung modernster Technologien bleibt die österreichische Rinderzucht international konkurrenzfähig.

 

Weiterentwicklung der genomischen Zuchtwertschätzung

„Für die genomische Zuchtwertschätzung soll das Projekt die Datengrundlage für den Übergang der derzeitigen Stier-Lernstichprobe hin zu einer kombinierten Lernstichprobe von Stieren und Kühen liefern. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Bereich der Gesundheitsmerkmale gelegt, wobei die bereits bisher erfassten tierärztlichen Diagnosen durch Klauenpflegedaten und Daten aus dem Bereich Stoffwechsel ergänzt werden sollen.

In den nächsten Jahren wird die Schätzmethodik stufenweise auf die Single-Step Zuchtwertschätzung umgestellt. Dies ist die derzeit modernste Variante der genomischen Zuchtwertschätzung und erlaubt die optimale Einbeziehung von Kühen in die Lernstichprobe“, berichtet Schwarzenbacher. In einem weiteren Arbeitspaket sollen für den Züchter nützliche Online-Tools im Rinderdatenverbund RDV der LKV Herdenmanager, die RDV-APP sowie neue Züchter-Apps entwickelt werden, welche die Zuchtarbeit auf den Betrieben mit Genomdaten unterstützen sollen.

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