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Agrarexporte im steigen

„Der Aufwärtstrend bei den österreichischen Agrar- und Lebensmittelexporten wird kontinuierlich fortgeschrieben“ berichtet die AMA in einer Aussendung.

Agrarexporte im steigen

Entwicklung der Zuchtrinderexporte in den vergangenen zehn Jahren. 2018 liegt knapp über dem zehnjährigen Durchschnitt.                                     

 

Die Ausfuhren stiegen um knapp 4% gegenüber dem Vorjahr. 2018 wurden laut ersten Hochrechnungen Agrarwaren und Lebensmittel im Wert von 11,5 Mrd. Euro exportiert. Die ausgeführte Menge ging marginal zurück, dafür stieg der Wert pro exportiertem Kilogramm weiter an. 2017 standen den Ausfuhren von 11,5 Mrd. Euro wertmäßige Importe von 12,3 Mrd. Euro gegenüber. Das Außenhandelsdefizit verringerte sich damit weiter. Knapp 8% der gesamten Waren- und Dienstleistungsexporte Österreichs entfallen auf Agrarwaren und Lebensmittel. Bei einem durchschnittlichen Versteigerungspreis von 1.759,-- für trächtige Zuchtkalbinnen konnte im Jahr eine Wertschöpfung von rund 50 Mio. Euro für die österreichische Rinderzucht erwirtschaftet werden. Das entspricht immerhin einem Anteil an den gesamten Agrarexporten von 0,43%.

Zuchtrinder: internationaler Bestandsaufbau

Im Jahr 2018 wurde über die österreichischen Zuchtverbände im Rahmen von Versteigerungen oder über den Ab-Hof-Verkauf eine Wertschöpfung von rund 50. Mio. € erwirtschaftet. Kunden sowohl aus dem EU-Raum als auch aus Drittländern sind bereit, für österreichische Zuchtrinder etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Für die heimischen Zuchtbetriebe ist das neben der Milch- und Fleischproduktion ein zusätzliches Einkommen. Eine wesentliche Strategie der österreichischen Rinderzucht ist nicht nur der Export von Zuchttieren, sondern auch der Export von österreichischem Know-How. So finden sowohl in Österreich als auch im Zielland exportbegleitende Maßnahmen wie zB Weiterbildungsveranstaltungen statt.

Agrarexporte im steigen

Der Anteil der Exporte in Drittländern verringerte sich um 5% auf 66%.

Erschließung neuer Märkte

Die Nachfrage aus der Türkei hat sich aufgrund der gesunkenen Kaufkraft im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte reduziert. Nach wie vor drückt die hohe Inflation – im Jänner lag diese bei 20% - die Verbraucherpreise in die Höhe. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, starke Partner auf türkischer Seite zu finden. So fanden im vergangenen Jahr zahlreiche Gespräche mit der TIGEM, dem größten staatlichen Landwirtschaftsbetrieb der Türkei, statt. Im vergangenen Jahr wurden über die Exportoffensive des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) insgesamt zwanzig internationale Landwirtschaftsmessen durchgeführt. Höhepunkt war sicherlich die Beschickung der weltweit größten Messe für Tierhaltung und Tierzucht im November 2018, der EUROTIER in Hannover, auf der sich die österreichische Tierzucht auf der Bühne entsprechend gut präsentieren konnten. Parallel zu den Messen finden in den verschiedenen Ländern auch einige Projekte, Wirtschaftsmissionen und auch gezielte Werbemaßnahmen statt.

Ausblick

Die Blauzungenkrankheit (Serotyp 8) trat erstmals im Jahr 2008 in Österreich auf, mit massiven Auswirkungen auf den Zuchtviehexport. Mit März 2011 galt Österreich wieder frei von BTV, bis im November 2015 der Serotyp BTV-4 aufgetreten und im Dezember 2016 der bis dato in Österreich letzte Fall nachgewiesen worden ist. Was heißt, das mit Ablauf der zweijährigen BTV-Freiheit Österreich wieder als BTV-frei gilt. Dadurch fällt vorerst ein wichtiges Handelshemmnis für den Zuchtrinderexport weg. Vorerst deswegen, da aktuell bei unserem deutschen Nachbarn seit dem ersten Ausbruch im Dezember 2018 in Baden-Württemberg der mittlerweile 48 BTV-Fall in Deutschland aufgetreten ist und eine weitere 150-km-Restriktionszone bis nach Bayern und damit bis an die Grenze zu Vorarlberg und Tirol reicht.

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