Sprachauswahl


Konflikte konstruktiv lösen – für die Jungzüchterprofis kein Problem!

Das erste warme und sonnige Wochenende des Jahres 2018 nutzten die Jungzüchterprofis in der LLA Lienz, um sich vom 21. bis 22. April über das ernste und wichtige Thema „Kommunikation und Konfliktmanagement“ weiterzubilden.

Als Referentin konnte die oberösterreichische Rinderbäuerin und Mediatorin Gabriele Höfler gewonnen werden. Da die Landwirte bereits weniger als 3% der Bevölkerung repräsentieren, ist es umso wichtiger, den Jugendlichen ein Werkzeug im Umgang mit Konflikten, vor allem mit Menschen, die keinen Bezug zur Landwirtschaft haben, in die Hand zu geben.
Gabriele Höfler verglich die Landwirte mit Fußballspieler, um das Szenario anschaulicher zu gestalten: Die Zuseher auf der Tribüne rufen den Spielern zu, wie diese spielen sollen. Oftmals wirkt es dann so, als ob die Spieler nicht wüssten, was sie tun haben. Aber die eigentlichen Profis sind am Spielfeld oder in unserem Fall sind die Profis die Landwirte und sie sind am Feld, auf der Wiese oder im Stall.

Verhandlungsgeschick ist erlernbar

Der Spaß darf natürlich auch bei einem ernsten Thema nicht zu kurz kommen. 

 

Um bei Verhandlungen erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen, was man denn eigentlich erreichen will, welche Kompromisse möglich wären und was undenkbar ist. Ebenfalls ein wichtiger Hinweis bei Verhandlungen ist, das Wort „wir“ zu verwenden, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Das Wort wir verbindet und dem Gegenüber fällt es schwerer, nicht auf die Wünsche einzugehen.

„Ned gschimpft ist globt gnua“

Wertschätzung auszudrücken fällt oftmals schwer. 

 

 

Der alte Irrglaube und die Selbstverständlichkeit über Lob wurde bei den Jungzüchterprofis beseitigt. Die TeilnehmerInnen mussten im Kreis jeweils ihrem Gegenüber Wertschätzung entgegenbringen. Diese Übung klingt leicht, gestaltete sich in der Umsetzung allerdings schwierig, da uns Lob schwer über die Lippen geht. Wenn wir Lob bekommen, tun wir uns schwer, diesen anzunehmen. Anerkennung und Lob hebt das Selbstvertrauen und ist wichtig für die Weiterentwicklung der Persönlichkeit und in weiterer Folge auch für den Betrieb.

Klarheit vor Harmonie

Konfrontation und Argumentation wurde mit praxisnahmen Themen geübt. 

 

Um Konflikte zu vermeiden ist es unerlässlich manchmal zu sagen, hier ist meine Grenze, bis hier gehe ich mit dir mit, aber dann ist Schluss! Um Klarheit zu schaffen, kann ein einfaches Hilfsmittel die Rollverteilung und die Aufteilung der Verantwortlichkeiten sein. Am Ende sollte bei Konflikten aber immer die Frage stehen: „Willst du recht haben oder glücklich sein?“.

Mathematik und Züchten, wie passt das zusammen?

1.300 kg die Beeindrucken

Am Samstagabend besichtigten die TeilnehmerInnen den Aberdeen Angus Zuchtbetrieb von Oliver Behringer in Winklern im Mölltal. Der Betriebsleiter, Mathematiklehrer und Züchter mit Leib und Seele, beschreibt seine Zuchtphilosophie: „Ich möchte Anguskühe mit 1.000 kg für die Zucht“. Er selbst hat einen Zuchtstier – er wiegt beeindruckende 1.300kg - in Schottland ersteigert. Behringer verkauft kein Tier über die Direktvermarktung oder zum Schlachter, er verkauft seine Tiere weiter an Züchter, im gesamten EU-Raum. Seine Begeisterung für die Zucht wirkte ansteckend. So wurde einem intensiven Erfahrung- und Meinungsaustausch noch ein langer gemütlicher Abend.

zurück