Sprachauswahl


Jungzüchterprofi - Basis für eine optimale Kälberaufzucht

Die Jungzüchter/innen trafen sich von 15.-16. Dezember 2018 an der LFS Kobenz in der Steiermark zum Modul 5 „Rund um die Geburt, Kälberaufzucht und Fruchtbarkeit“ des Jungzüchterprofis. Als Referenten konnten die Experten DI Franz Tiefenthaller von der LK Oberösterreich und Dr. Walter Peinhopf gewonnen werden.

Modul 5 Geburt

Motivierte Jungzüchter/innen beim Modul 5

Ein gesundes Kalb durch optimale Versorgung mit Kolostrum

Das erste Gemelk einer Kuh nach der Geburt wird als Kolostrum bezeichnet und stellt die wichtigste Mahlzeit für das neugeborene Kalb dar. In der ersten Milch findet man vor allem einen sehr hohen Wert an Immunglobuline die für die Gesundheit eines Kalbes überlebensnotwendig sind. Vor allem Kolostrum von älteren Kühen gilt als besonders wertvoll, da diese schon lange erfolgreich betriebspezifische Abwehrstoffe gebildet haben. Empfehlenswert ist, immer ein wenig eingefrorenes Kolostrum zur Verfügung zu haben. Die Qualität des Kolostrums ist am leichtesten über die Viskosität zu beurteilen. Die Farbe sagt wenig aus, da diese meist von der Beta Carotin Versorgung der Kuh abhängt.

Versorgung des Kalbes mit Spuren- und Mengenelementen

Selen ist in vielen Gebieten Österreichs ein mangelndes Spurenelement, darum ist es empfehlenswert, die Kuh bereits beim Trockenstellen mittels Selen-Boli zu versorgen. Kälber haben oftmals nach der Geburt einen Eisenmangel, der für die Blutbildung enorm wichtig ist.

M5 Schnedl

Praktische Übungen am Betrieb Schnedl 

Special Needs – Besondere Bereiche für Trockenstehende

Die Trockenstehzeit kann auch als Erholungszeit für die Kuh gesehen werden, da diese für die Regeneration des Euters sehr wichtig ist. Eine trächtige Kuh nimmt in dieser Zeit enorm an Gewicht zu und braucht viel Ruhe. Aus diesem Grund sollte ein eigener Bereich mit genügend Stroh, Luft, Licht und Wasserversorgung geschaffen werden. Rinder fühlen sich in der Herde am wohlsten und sollten gerade in der Zeit vor der Geburt durch Herdentrennung nicht zu viel Stress ausgesetzt sein.

Geburt eines Kalbes = Grundlage für die Fruchtbarkeit

Viele Landwirt/innen meinen, dass es erst nachdem die Kuh nicht trächtig wurde ein Fruchtbarkeitsproblem gibt. Diese Fehlannahme führt immer wieder dazu, dass viele Kühe eine erhöhte Zwischenkalbezeit haben. Die Grundlage für die Fruchtbarkeit einer Kuh wird während der Geburtsphase bereits gelegt. Grundvoraussetzung ist dabei Ruhe! Die Ausschüttung von Stresshormonen verhindert die Fortsetzung der natürlichen Geburt. Es kann bis zu 6 Stunden dauern, bis man die Beine des Kälbchens zu Gesicht bekommt. Am besten ist es, die Temperatur der Kuh im geburtsnahen Zeitraum immer um dieselbe Uhrzeit zu messen. Hierbei kann diese auf bis zu 40°C ansteigen. 24 Stunden vor der Geburt sinkt die Temperatur um 1°C ab, dies ist ein Indiz für eine nahende Geburt.

M5 Betriebsbesichtigung

Betriebsbesichtigung bei der Familie Hochfellner

Betriebsbesichtigungen zur Verbindung von Theorie und Praxis

Das Modul 5 war mit der Besichtigung von zwei Praxisbetrieben sehr lehr- und ereignisreich. Familie Hochfellner aus St. Marein/Feistritz zeigte uns mit ihrem vielseitigen Betrieb, dass man mit einem guten Herdenmanagement und Leidenschaft auch Zeit für die Familie bleibt. Am Betrieb der Familie Schnedl beeindruckte vor allem der hervorragende Special Needs - Bereich für die trockenstehenden Kühe. Ein herzliches Dankeschön an alle Betriebe, dass die Jungzüchterprofis ihr System kennenlernen durften.

zurück