Sprachauswahl


Jungzüchterprofi - Voraussetzungen für eine optimale Grundfutterqualität

Die angehenden Jungzüchterprofis versammelten sich von 10.-11. November 2018 in der LFS Bruck an der Glocknerstraße in Salzburg, um sich im Bereich Futterbau und Grundfutterqualität fortzubilden.

JZ-Profi Modul 3 Gruppenfoto

Motivierte Jungzüchter/innen beim Modul 3

Grünlandwirtschaft ist Kreislaufwirtschaft

DI Matthias Greisberger, BEd. lehrte über die Bedeutung und Entwicklung einer erfolgreichen Grünlandbewirtschaftung. Wichtige Parameter waren die Inhaltsstoffe und Artengruppenzusammensetzungen, um einen optimalen Pflanzenbestand auf den eigenen Betrieben zu erzielen. Spiegelbild des Wurzelwachstums ist das Pflanzenwachstum, deshalb gibt es in Trockenperioden geringeres Wachstum, was auch „Sommerloch“ bezeichnet wird.
Für alle Landwirt/innen, die ihr Grünland intensiv nutzen ist es empfehlenswert, im Rahmen von Nachsaaten auf blattreiche Sorten umzusteigen um den „modernen Pflanzenbestand“ gesund und stabil zu halten.

Silierkette muss eine runde Sache sein

Die Grünfutterernte beginnt mit der Mahd des Grases. Als Landwirt/in kann man die richtige Einstellung des Mähwerks ganz einfach kontrollieren, indem man nach der Mahd des ersten Streifens das Bodenbild ansieht. Wenn mehr als 90% des Bodens bzw. Erde sichtbar sind, ist das Mähwerk falsch eingestellt. Hochschnittkufen können die Schnitthöhe nach oben heben und somit den Grasbestand schonen.
Gregor Huber, Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein, klärte die Jungzüchter/innen objektiv über alle technischen Besonderheiten auf und zeigt den ökonomischen Nutzen anhand von Zahlen, Daten und Fakten auf. Der/Die beste Fahrer/in sollte bei der Silageernte immer am Fahrsilo eingesetzt werden, da die richtige Verteilung und Verdichtung des Grases der Schlüssel zum Erfolg ist. Der gesamte Ernteablauf sollte nicht auf Höchstleistungen getrimmt, sondern auf einen „runden“ Ablauf ausgelegt sein.

JZ-Profi Modul 3 Futteranalyse

Durchführung der Futteranalyse mit Futterproben der eigenen Betriebe

Grundfutter mit allen Sinnen erleben

Eine optimale Grundfutterqualität ist immer im Spannungsfeld und einem engen Kreislauf aus folgenden Faktoren: Wiesenbestand, Kuh, Landwirt/in, Ökonomie und Ökologie.
Die Teilnehmer/innen des Moduls durften die Grundfutterbewertung mit allen Sinnen erleben. Vor allem beim Geruchstest kann man sehr schnell und einfach feststellen, wie die Gärung im Silo verlaufen ist. Eine Fehlgärung mit zu viel Alkohol riecht ähnlich wie Kälberdurchfall. Ist eine Silage schmierig und enthält Röstaromen, so wurde viel zu nass siliert. Mit einfachen Tricks von Ing. Reinhard Resch, Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein, können die Jungzüchter/innen nun selbst zuhause eine solche Bewertung durchführen.

„Mei Muich“ als wichtiges Standbein des Zieferhofes

Das Besondere an der Landwirtschaft ist die seit 2004 bestehende Kooperation mit dem Nachbarbetrieb und nennt sich „Rinderzuchtgemeinschaft Leogang“. Gemeinsam bewirtschaften sie 30 ha Fläche nach den biologischen Richtlinien. Drei Viertel der erzeugten Milch von 30 Kühen wird an die Molkerei geliefert, ein Viertel der Menge wird über „Mei Muich“ direkt vermarktet. Verkauft wird die Milch direkt im Hofladen oder mit dem Lieferservice, wo sie direkt vor die Haustüre kommt.

zurück