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EU-Gerichtshof: Neue Züchtungsmethoden sind Gentechnik

Strenge Auflagen für neue Züchtungsverfahren verlangt der Gerichtshof der Europäischen Union.

Die mit neuen Mutageneseverfahren (z.B. das sogenannte Gene-Editing mit der CRISP/cas-Methode) veränderte DNA bringe ähnliche Risiken mit sich wie die übliche Gentechnik und muss deshalb gleichbehandelt werden, urteilten die Richter in Luxemburg.

Zwar werde bei den neuen Züchtungsverfahren kein neues genetisches Material hinzugefügt. Aber durch die gezielte Beeinflussung des vorhandenen Erbmaterials ließen sich die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Gentechnik. Das Tempo und das Ausmaß der Veränderung hätten sich in jüngster Zeit bei den Mutageneseverfahren deutlich beschleunigt. Deshalb seien auch ohne Hinzufügung von Erbmaterial die Gefahren der neuen Mutageneseverfahren mit denen der Gentechnik vergleichbar. Folglich müssen mit der Genschere hergestellte Erzeugnisse der bestehenden Gentechnikgesetzgebung unterliegen. Das heißt, sie müssen die vorgeschriebenen EU-Genehmigungsverfahren für GVO durchlaufen und gekennzeichnet werden.

 

Lediglich für alte Mutageneseverfahren will der Gerichtshof eine Ausnahme machen und es den EU-Mitgliedstaaten überlassen, ob sie die GVO-Vorschriften verlangen oder darauf verzichten. Geklagt hatte eine französische Kleinbauernorganisation, die die Genschere als Gentechnik betrachtet.

Seitens des BMNT bestehe derzeit kein Handlungsbedarf, da das österreichische Gentechnikgesetz sehr streng sei.

ZAR-Obmann Stefan Lindner: „Wichtig für die österreichische Rinderzucht ist es, EU-weit eine einheitliche Regelung zu bekommen, da es nach wie vor in den Mitgliedsländern unterschiedliche Regelungen gibt. Solange auch der Nachweis bei Anwendung solcher Verfahren noch aussteht, ist auch die Sinnhaftigkeit einer derartigen Regelung zu hinterfragen.“

Quelle: AIZ

 

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