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Projekt FoKUHs erfolgreich gestartet

Das Projekt FoKUHs zur Typisierung von Kühen für eine effizientere genomische Selektion mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsmerkmale ist erfolgreich gestartet.

Seit Herbst letzten Jahres war eine Arbeitsgruppe intensiv mit den Vorarbeiten für dieses Projekt beschäftigt.

Die Zuchtverbände haben in vielen Veranstaltungen und Gesprächen mit Züchtern für die Teilnahme am Projekt geworben. Der große Einsatz hat Früchte getragen, denn bereits am 1. Juni konnte der Startschuss für die FoKUHs-Betriebe gegeben werden.

„Zum aktuellen Stand sind 343 Fleckvieh- und 55 Braunvieh-Betriebe dabei, womit die angestrebte Zahl der Betriebe beim Fleckvieh bereits zu 100% erfüllt wurde. Auch beim Braunvieh ist die Startphase mit 80% der angestrebten Betriebszahl als sehr erfolgreich zu beurteilen. Bei der Rasse Holstein Friesian nehmen 47 Betriebe über FoKUHs am Projekt KuhVision teil. Seit Juni sind schon 9.000 Proben aus dem Projekt beim Labor eingelangt, womit in nur 2 Monaten bereits rund 70-80% der Bestandstiere beprobt wurden. Das Probenaufkommen hat sich damit im Vergleich zur Routine verzehnfacht! Es ist nachvollziehbar, dass ein derartiges Probenvolumen die Kapazitäten sowohl der DNA-Extraktion als auch der Genotypisierung an die Grenzen bringt.

Leider ergeben sich daraus Verzögerung in der Rücklieferung der Zuchtwerte – wir bitten um Verständnis dafür“, so der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Dr. Hermann Schwarzenbacher.

„Insgesamt sollen im Projekt in den nächsten 4,5 Jahren 48.000 Genotypisierungen durchgeführt werden. Auf die Rasse Fleckvieh entfallen davon rund 35.000, jeweils über 5.000 Typisierungen werden beim Braunvieh und Holstein Friesian durchgeführt. Züchter, die am Projekt teilnehmen, können bis zu 100% ihrer weiblichen Nachzucht zu einem reduzierten Preis von  24,-- € über das Projekt genotypisieren“, so Projektleiter DI Martin Stegfellner. Als Gegenleistung verpflichten sich die Betriebe zur vollständigen Erfassung der Gesundheits- und Klauenpflegedaten und zur Durchführung von Milch-Ketotests. Die Zuchtverbände führen außerdem eine lineare Beschreibung bei allen Erstlingskühen durch.

Ziel des Projekts ist die Förderung und Verbreitung der Herdengenotypisierung bei österreichischen Zuchtbetrieben. Damit soll die Nutzung der Genominformation für die Zuchtarbeit am Betrieb verstärkt und die Rentabilität der Rinderhaltung verbessert werden.

Für die genomische Zuchtwertschätzung soll das Projekt die Datengrundlage für den Übergang der derzeitigen Stier-Lernstichprobe hin zu einer kombinierten Lernstichprobe von Stieren und Kühen liefern. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Bereich der Gesundheitsmerkmale gelegt, wobei die bereits bisher erfassten tierärztlichen Diagnosen durch Klauenpflegedaten und Daten aus dem Bereich Stoffwechsel ergänzt werden sollen. In den nächsten Jahren wird die Schätzmethodik stufenweise auf die Single-Step Zuchtwertschätzung umgestellt. Dies ist die derzeit modernste Variante der genomischen Zuchtwertschätzung und erlaubt die optimale Einbeziehung von Kühen in die Lernstichprobe. Dieses Projekt wird durch Bundes- und Ländermittel im Rahmen der „Sonderrichtlinie zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft aus nationalen Mitteln“ kofinanziert.

ZAR-Obmann Stefan Lindner: „Wir bedanken uns herzlich bei den FoKUHs-Betrieben. Ihre Teilnahme ist für das Gelingen des Projekts entscheidend. Sehr erfreulich ist auch die durchwegs positive Resonanz von den Zuchtverbänden. Die Motivation der Verbandsmitarbeiter war wohl ausschlaggebend für diesen erfolgreichen Start.“

 

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