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Antibiotika: EU beschränkt den Einsatz im Stall

Anwendung nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

Am wenigsten Antibiotika werden in Norwegen eingesetzt, die höchsten Mengen in Relation zur Population werden in Zypern eingesetzt.                               

Quelle: EMA/The European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption (ESVAC), Grafik: Obritzhauser

 

Die Regeln für Antibiotika in der Tierhaltung werden verschärft. Nach einer Einigung zwischen Europaparlament, Ministerrat und EU-Kommission sieht die Reform der Verordnung für Tierarzneimittel und für Arzneifuttermittel vor, dass Reserveantibiotika nur noch in Ausnahmefällen im Stall eingesetzt werden dürfen. Um Resistenzen zu verhindern, werden bestimmte Antibiotika ausschließlich für die Humanmedizin reserviert. Außerdem sollen die verschärften Auflagen für Tierarzneimittel sowohl für die heimische Produktion als auch für den Import von Fleisch gelten.

Gleichzeitig verständigten sich die Institutionen im Trilog in Brüssel auf eine neue Gesetzgebung für Arzneifuttermittel. Diese dürfen nicht mehr vorbeugend im Stall eingesetzt werden. Antibiotika dürften schlechte Haltungsmethoden keinesfalls ausgleichen, betonten die Abgeordneten im Agrarausschuss des EU-Parlaments. Wenn einzelne Tiere erkranken, ist es zudem unzulässig, gleich dem gesamten Bestand über die Fütterung Antibiotika zu verabreichen. Das ist nur in Ausnahmefällen bei ansteckenden Krankheiten erlaubt.

Dem Ergebnis des Trilogs müssen das Plenum des Europaparlaments und die EU-Mitgliedstaaten noch zustimmen.

 

 

Insgesamt gingen die Verkaufszahlen für Antibiotika in Österreich (mg/PCU) von 2010 - 2015 laut der Studie der EMA um 19% zurück.

 

Geringer Einsatz in Österreich

Eine Erhebung der Europäischen Medizinagentur (EMA) in 30 europäischen Ländern zeigt, dass in Österreich Antibiotika im Vergleich zu anderen europäischen Staaten sehr sparsam eingesetzt werden. Europaweit liegt Österreich an der 12. Stelle von insgesamt 30 untersuchten Ländern, mit einem Einsatz von 50,7 mg/PCU gleich nach der Schweiz. Im Rinderbereich werden im Schnitt nur 17,8 mg/PCU eingesetzt. PCU steht für Population Correction Unit und steht für die Menge der Wirksubstanz bezogen auf die geschätzte Körpermasse der gehaltenen bzw. geschlachteten Tiere.  

Quelle: AIZ/EMA

 

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