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Treibhausgase: EU-Richtlinie zur Reduktion

In Österreich stoßen Betriebe, die sich aufgrund des Strukturwandels weiterentwickeln möchten, speziell in der Tierhaltung und in weiterer Folge im dichter besiedelten Gebiet, sehr rasch an ihre Grenzen.

Anteil der Sektoren an den gesamten Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2015. Demnach entfallen 3/4 auf Energie und Verkehr, auf die Landwirtschaft  10,2%.

Quelle: Umweltbundesamt 2017

 

Konflikte sind vorprogrammiert von AnrainerInnen, die sich durch Emissionen gestört fühlen. Aus diesem Grund fand über das Netzwerk Zukunftsraum Land im LFZ Raumberg-Gumpenstein Ende Jänner eine Veranstaltung statt, um die Argumente aller Beteiligten in derartigen Angelegenheiten zu diskutieren. Die Mitgliedstaaten haben nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes bei der Ausgestaltung der Programme für die fortschreitende Verminderung von Schadstoffemissionen einen weiten Handlungsspielraum. Die sogenannte Thematische Strategie zur Luftreinhaltung (TSAP: Thematic Strategy on Air Pollution), eine Mitteilung der Europäischen Kommission im Jahr 2005 zur Reduktion von Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden, flüchtigen organischen Verbindungen außer Methan (NMVOC, non methane volatile organic compounds) und Ammonika (NH3), wurde im Jahr 2016 als die NEC-Richtlinie (National Emission Ceilings) neu herausgegeben. Diese gibt neue strategische Ziele bis 2030 vor, um das langfristige Ziel der EU zur Verbesserung der Luftqualität zu erreichen und basiert auf der Idee, die grenzüberschreitenden Umweltprobleme Versauerung und bodennahes Ozon gemeinsam und EU-weit zu bekämpfen. Die Emissionshöchstmengen wurden für alle Mitgliedstaaten individuell festgelegt. So ist für Österreich eine Reduktion der Emissionen gemäß Anhang 2 der Richtlinie 2016/2284 um 1% bis 2020 und um 12% bis 2030 (Basisjahr 2005) zu erreichen. „Die größten technischen Potenziale liegen im Rinderbereich in einer bodennahen Gülleausbringung (Schleppschuh, Schleppschlauch), einem optimierten Zeitpunkt der Ausbringung, proteinreduzierter Fütterungsstrategien, Vergärung in Biogasanlagen, geschlossener Lagerung von Wirtschaftsdünger  bzw. in der Mulch- und Direktsaat. Damit die gesetzten Maßnahmen in der nationalen Inventur auch abgebildet werden können, sind regelmäßige (z.B. alle 5 Jahre) repräsentative Erhebungen zur landwirtschaftlichen Praxis in Österreich notwendig“, berichtet DI Michael Anderl vom Umweltbundesamt in Wien.

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