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Zuchtrinderexporte: Stabil auf hohem Niveau

Österreichische Zuchtrinder kommen demnach auf einen Exportwert von rund 70 Mio. €, was immerhin einem Anteil an den gesamten Agrarexporten von rund 0,7% entspricht und ein wichtiges Einkommen für die österreichischen Rinderzüchter darstellt.

Ein starkes zweites Halbjahr sorgte für den dritthöchsten Zuchtviehexport.

 

Die österreichischen Agrar-Ausfuhren insgesamt stiegen im Jahr 2017 um 7% auf einen Wert von 11,11 Mrd. Euro. Der überwiegende Teil, knapp ¾ aller Tiere, wurden in Drittländern verkauft, dh. außerhalb der Europäischen Union. Für den Export angekauft werden die Tiere jeweils zur Hälfte über Versteigerungen (52%) bzw. über den Ankauf direkt auf den Betrieben (48%). Die Zuchtviehexporte konnten um 8,1% auf insgesamt 34.500 Tiere zulegen. Damit ist es die vierte Steigerung in Folge seit 2014 und auch das drittbeste Exportergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bisherige Rekordwert liegt bei 37.000 exportierten Tieren im Jahr 2012. Das gute Ergebnis ist unter anderem einem sehr starken 2. Halbjahr zu verdanken, in dem die Verkäufe nochmals zulegen konnten.

 

Die Exporte nach Drittländern haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, in die Europäische Union blieben diese jedoch konstant. 

 

Türkei: Nr. 1 bei Preis und Absatz

In den letzten 8 Jahren teilten sich die Märkte Türkei, Italien und Algerien die ersten 3 Plätze, wonach die Türkei in den vergangenen drei Jahren mit Abstand anführt. Wurden 2013 noch 18% aller Tiere in die Türkei geliefert, so sind es im Jahr 2017 mit 17.500 exportierten Tieren bereits mehr als die Hälfte, vor Italien mit 6.600 Tieren und Aserbaidschan mit 1.600 Tieren. Wer für den Türkeiexport taugliche Tiere zur Verfügung hat, darf sich auch über die derzeit höchsten Durchschnittspreise freuen. Zwar sind diese bei den letzten Absatzveranstaltungen leicht zurückgegangen, liegen aber immer noch deutlich über dem Preisniveau anderer Exportmärkte. So konnten 17.000 Fleckvieh-Tiere (59%) alleine in die Türkei exportiert werden.

Alleine in die Türkei wurden 17.000 Fleckvieh-Tiere geliefert, für Braunvieh und Holstein ist mit 1.600 bzw. 1.100 gelieferten Tieren Italien der wichtigste Markt.

 

Langfristige Partnerschaft geplant

ZAR-Obmann Stefan Lindner und ZAR-GF Martin Stegfellner hatten im September des Vorjahres die Gelegenheit, mit dem türkischen Minister für Landwirtschaft, Ahmet Esref Fakibada, über eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Österreich zu sprechen sowie das Thema Veterinärzertifikate sowie die Anhebung des Erstbesamungsalters auf 25 Monate zu diskutieren. Die aktuellen politischen Spannungen zwischen der EU und der Türkei und im Besonderen zu Österreich machen die Behandlung dieser Fragen zunehmend schwieriger. Jedenfalls arbeitet die ZAR seit Jahren eng mit den türkischen Partnerorganisationen CBAT und TIGEM zusammen. Erst Anfang Jänner wurde diese Zusammenarbeit durch ein gemeinsames Projekt mit der Gewinnung von Rindersamen an der Besamungsstation von TIGEM in Malatya in der Osttürkei vertraglich besiegelt, mit dem Ziel, eine langfristige Partnerschaft in dieser Region aufzubauen. Die Genetic Austria stellt dafür 11 Zuchtstiere für diese Besamungsstation zur Verfügung.

Starkes Ergebnis trotz Sperrgebiete

Die Zahlen sprechen für sich. Dennoch war das Jahr gekennzeichnet von BTV-4-Sperrgebieten in Teilen Burgenlands, der Südoststeiermark und dem gesamten Bundesland Kärnten. Durch das Auftreten der Blauzungenkrankheit im November 2015 wurden Teile des österreichischen Staatsgebietes zur Sperrzone erklärt und damit blieb der Zugang zu attraktiven Märkten im Ausland verwehrt. In Bezug auf Tierseuchen blieb Österreich weitgehend verschont. Erst Anfang dieses Jahres wurden alle BTV 4-Sperrzonen bis auf das Bundesland Kärnten aufgehoben. Eine Aufhebung in Kärnten kann frühestens nach Ablauf der Zweijahresfrist des letztmaligen Auftretens der Blauzungenkankheit im Dezember dieses Jahres erfolgen.

Internationale Märkte im Fokus

Im Jahr 2017 konnten mit Hilfe eines eigenen vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zur Verfügung gestellten Budgets wieder zahlreiche Märkte bearbeitet und internationale Landwirtschaftsmessen auch teilweise mit Zuchtrindern beschickt werden. So waren die österreichischen Zuchtverbände unter der Marke RINDERZUCHT AUSTRIA in zahlreichen Ländern auf insgesamt 15 Messen vertreten, unter anderem in Italien, Marokko, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Ukraine, Algerien, Rumänien, Russland und in der Schweiz. Die RINDERZUCHT AUSTRIA beteiligte sich im November auch auf einer Messe in den Vereinigten Arabischen Emiraten, um Kontakte zu Investoren aufzubauen.

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