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NTÖ: Erfolgreiche Zwischenbilanz

Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) mit seinen Mitgliedsverbänden Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR), Arbeitsgemeinschaft Rind (ARGE Rind), Verband österreichischer Schweinebauern (VÖS), Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), Österreichischer Bundesverband der Schafe und Ziegen (ÖBSZ) und Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Pferdezüchter (ZAP) zog am 11. Jänner 2018 in seiner Generalversammlung eine positive Bilanz des Jahres 2017.

ZAR-Obmann Stefan Lindner übernimmt im Jahr 2018 den Vorsitz des Dachverbandes „Nachhaltige Tierhaltung Österreich“ - NTÖ.

 

Das Hauptaugenmerk der Tätigkeiten lag auf der verpflichtenden Kennzeichnung von Lebensmitteln im Außer-Haus-Konsum. Nicht zuletzt bei der gelungenen Diskussions-und Informationsveranstaltung im November an der Veterinärmedizinischen Universität Wien zu diesem Thema zeigte sich, dass hier Landwirtschaft, Konsumentenschutz- und Tierschutzorganisationen an einem Strang ziehen. "Die heimischen Verbraucher wollen wissen, woher das Fleisch auf ihrem Teller kommt. Die österreichische Herkunft der Lebensmittel ist den Menschen wichtig, das zeigen viele Marktanalysen. Mit der bewussten Entscheidung für heimische Lebensmittel trifft man außerdem eine bewusste Entscheidung für den Tierschutz, denn die österreichischen Gesetze sind auch im europäischen Vergleich sehr streng. Mit dem Kauf und dem Genuss österreichischer Produkte unterstützt man aber auch ganz klar eine nachhaltige, regionale Landwirtschaft", zeigt sich der neue NTÖ-Obmann Stefan Lindner überzeugt. Lindner übernimmt damit für dieses Jahr nach Robert Wieser (Obmann der ZAG) die Führung des NTÖ.

Dr. Konrad Blaas sieht in der Gründung des neuen Dachverbandes NTÖ eine sehr gute Basis für die zukünftige Zusammenarbeit.     

"Es ist ein Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der neuen Bundesministerin Elisabeth Köstinger, dass der NTÖ seinen Neujahrsempfang auch dieses Jahr im Marmorsaal des Bundesministeriums am Stubenring abhalten kann", betonte Lindner. In diesem Zusammenhang  dankte er Bundesminister Andrä Rupprechter für die jahrelange gute Zusammenarbeit und dessen Einsatz im Sinne der heimischen Landwirtschaft und speziell der Tierhaltung und insbesondere für den erfolgreichen Abschluss des Tierzuchtpaktes im Herbst 2015. In Vertretung der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, Elisabeth Köstinger, richtete Dr. Konrad Blaas, Leiter Abteilung II/6 Tierische Produkte des BMNT, die Grußworte.

Mag. Christian Dürnberger erläuterte die Nutztierhaltung aus Sicht der Landwirtschaft und der Konsumenten. Informationsbedarf in der Bevölkerung wäre demnach noch vorhanden.                       

Nutztierhaltung: Landwirtschaft versus Gesellschaft

Mag. Christian Dürnberger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Messerli Institut der VetMedUni Wien, referierte über die unterschiedlichen Zugänge zum Themenbereich Tierwohl aus Sicht der Landwirtschaft und  aus Sicht der Gesellschaft.

Das öffentliche Interesse an Fragestellungen rund um das Wohlergehen unserer Nutztiere nahm in den vergangenen Jahren eindeutig zu. Jedoch wird eine tiergerechte Nutztierhaltung von Landwirt und Konsument oft unterschiedlich wahrgenommen. So fühlt sich zum Beispiel eine liegende Kuh aus der Sicht des Bauern wohl,  vom Konsumenten wird dies jedoch  vielmals als das Gegenteil interpretiert. Eine europaweite Umfrage zur Erwartungshaltung an die Landwirtschaft zeigt, dass die Produktion von Lebensmitteln nur mehr ein Teil der vielfältigen Leistungen der Bauern darstellt. Produkte sollen gesund, umweltgerecht, vielfältig und hochwertig sein. Die Bauern sind für die Aufrechterhaltung des ländlichen Raumes und den Tierschutz verantwortlich. Weiters wird die landwirtschaftliche Tätigkeit von der Bevölkerung, vorwiegend im urbanen Bereich, oftmals für das einfache, ursprüngliche und wahre Leben in und mit der Natur gesehen, was im Gegenteil zum realen Leben auf den bäuerlichen Betrieben steht. Auf der anderen Seite setzt ein erfolgreiches Agrarmarketing genau auf diese Ursprünglichkeit, was die Kluft zwischen Wunsch der Konsumenten und Realität auf den Betrieben zunehmend verstärkt. Das, was sich Menschen von der Landwirtschaft erhoffen und erwarten, ist außerdem abhängig von der Frage, was sie von der Landwirtschaft wissen. Diplomatisch formuliert: Der Wissensstand der Gesellschaft über die derzeitigen landwirtschaftlichen Praktiken ließe sich noch steigern.

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