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Jungzüchterprofis blicken schlagfertig in die Zukunft

Von 14. bis 15. Oktober 2017 reisten die 22 angehenden Jungzüchterprofis nach Salzburg, in die Landwirtschaftliche Fachschule Bruck an der Glocknerstraße, um ihren Horizont im Bereich Persönlichkeitsbildung und –entwicklung zu erweitern.

Gulasch oder Spießchen

Renate Emmerstorfer bei der Präsentation ihrer Spontanrede. 

Neben der thematischen Aufbereitung verschiedener Reden, sei es spontan oder vorbereitet, durften die TeilnehmerInnen vor allem ihr Spektrum im Bereich Mimik und Gestik ausprobieren. Einer der wichtigsten Eckpunkte bei der Vorbereitung einer Rede ist, die Botschaften in kleine Spießchen zu verpacken, damit sie für den Zuhörer nachvollziehbar sind. Gerade bei unvorbereiteten Reden und bei Grußworten kommt es oft vor, dass die RednerInnen sehr spontan um einige Worte gebeten werden. Hierbei können die meisten Fehler passieren, da die Botschaften nicht als Spießchen, sondern in Form von Gulasch, sprich ein bisschen durcheinander präsentiert werden.

Schlagfertigkeit bei verbalen Attacken

Die angehenden Jungzüchterprofis konnten beim Schlagfertigkeitstraining ihr erlerntes Wissen gleich in die Praxis umsetzen. 

Der Jungzüchterprofi soll für die TeilnehmerInnen ein Wegbegleiter zur professionellen Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes sein. Der Beruf des Landwirtes bzw. der Landwirtin wird momentan leider sehr wenig von der Gesellschaft geschätzt. Aus diesem Grund ist es notwendig vor verbalen Attacken geschützt zu sein und ein „Notfallpaket“ mit Argumenten bereit zu halten. Die JungzüchterInnen wurden in dieser Hinsicht geschult, um professionell kritische Fragen beantworten zu können. Schlagfertigkeit mit Niveau war hierbei die Devise.

Das wollte ich schon immer mal…

Gute und zielorientierte Kommunikation beginnt mit der Begrüßung. Der richtige Handschlag muss geübt sein. 

Zuerst muss ich in den Stall, dann muss ich beim Nachbarn noch nachfragen ob wir uns die Erntemaschine teilen können, als nächstes muss ich Saatgut besorgen, dann zur Kuh schauen ob das Kalb schon da ist, zur Bauernkammer muss ich auch noch und, die gestern verkauften Kälber bei der AMA melden, nicht zu vergessen die Kuh Alma zu besamen und dann ist schon wieder Melkarbeit an der Reihe – so könnte ein möglicher Tagesablauf eines Landwirtes aussehen. Zeitmanagement spielt gerade im Leben eines Landwirtes eine große Rolle, um alles unter einem Hut zu bringen. Die JungzüchterInnen lernten, sich erst Ziele zu setzen und dann die Zeit einplanen. Ganz wichtig ist bei der Zeitplanung, Zeit für die Familie und Zeit für sich selbst einzuplanen. Um dabei einen Überblick zu behalten, sollten Prioritäten gesetzt werden. Mit Sätzen wie das wollte ich schon immer mal, kommt man nicht ans Ziel.

Ein Zuchtbetrieb mit klaren Zielen

22 TeilnehmerInnen wurden während des Wochenendes im Bereich Persönlichkeitsbildung und -entwicklung geschult. 

Am Samstagabend besuchten die JungzüchterInnen den Betrieb der Familie Höller, vulgo Angerer in Piesendorf. Der Betrieb ist geografisch gesehen eher unvorteilhaft angesiedelt, aus diesem Grund hat die Familie beschlossen, eine saisonale Abkalbung einzuführen. Der große Vorteil hierbei ist, dass bei der Heuernte, wo viel Handarbeit notwendig ist, genügend Ressourcen vorhanden sind, da die trockenstehenden Kühe auf der Alm sind.

Die Herde der Familie Höller zeichnet sich durchgehend durch extrem klare und korrekt gewinkelte Fundamente mit sehr hoch angesetzten drüsigen Eutern aus.

Es war einmal…

Um seine Aussprache zu verbessern, lohnt es sich mit einem Korken zu üben. 

…ein kluger Bauer, der jedem Morgen 10 Bohnen in seine linke Hosentasche steckte. An diesem Tag ließ er nach dem Frühstück eine Bohne von der linken in seine rechte Hosentasche wandern, weil es ihm so gut gemundet hatte. Anschließend traf er auf dem Weg zu seinem Feld seinen Nachbarn und wechselte ein paar nette Worte mit ihm. Wieder nahm er eine Bohne aus seiner linken Hosentasche und ließ sie in seine rechte hineinfallen. Auf dem Feld erntete er den ganzen Tag Kartoffeln, und weil sie so gut gewachsen waren, ließ er diesmal zwei Bohnen in den rechten Hosensack gleiten. Am Abend auf dem Nachhauseweg hörte er wunderschönen Vogelsang und fand diesen eine Bohne wert. Vor dem Zu-Bett-Gehen zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Bei jeder einzelnen erinnerte er sich an das positive Erlebnis und an die großen und kleinen schönen und erfolgreichen Momente des Tages.

Mit dieser Geschichte wurde das Modul abgerundet, denn Zufriedenheit und Wertschätzung sind immer der Schlüssel zum Erfolg!

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