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Fleckscore-Seminar in Aulendorf

Anfang Oktober fand die alle zwei Jahre stattfindende Weiterbildungsveranstaltung für die Nachzuchtbeurteiler aus Österreich, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen in Aulendorf, Deutschland, statt.

Als Ausrichter fungierte heuer das Landwirtschaftliche Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandbewirtschaftung, Milchwirtschaft, Wild, Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) unter der Leitung von Dr. Renate Lindner. Ziel der Schulung war die Überprüfung, Angleichung und Optimierung der Exterieurbewertung in den verschiedenen Ländern sowie die Vertiefung der Zusammenhänge in der Zuchtwertschätzung und der genomischen Selektion.

Es wurden zwei praktische Durchgänge, bei dem jeder Teilnehmer jeweils zehn Kühe nach Fleckscore zu bewerten hatte, mit dem Ziel der weiteren Homogenisierung der Beurteilungen abgehalten. Die dafür notwendige Auswertung für jeden Teilnehmer wurde von Thomas Kahr, Genostar, wie bereits bei der letzten Schulung in der Steiermark, in perfekter Weise zur Verfügung gestellt. In einer Broschüre wurde jedem Beurteiler, einerseits seine Abweichung seiner Bewertung zum Mittelwert, sowie andererseits die Wiederholbarkeit seiner eigenen Beurteilung zur Verfügung gestellt wurde. Am Ende wurden Kühe mit größerer Streubreite in der Bewertung einzelner Merkmale in kleinen Gruppen nachbesprochen.

Gruppenfoto mit den Teilnehmern des Fleckscore-Seminars

Dr. Dieter Krogmeier, Lfl Bayern, präsentierte Jahresauswertungen aus den Ländern sowie Auswertungen zu neuen Versuchsmerkmalen wie der Strichplatzierung hinten und der Hinterbeinstellung. Auch eine neue Methodik der Erfassung der Nervosität anhand einer 4-stufigen Skala wurde vorgestellt. Bei der anschließenden Diskussion wurde die Meinung vertreten, dass eine Erfassung des Melkverhaltens im Rahmen der Milchleistungskontrolle durch den Kontrollverband sinnvoller wäre als bei der Nachzuchtbewertung.

Bei der Klauentracht soll eine neue Formel für die Berechnung der Gesamtnote für das Fundament hinterlegt werden, welche auf den Erkenntnissen von „Efficent Cow“-Projekt beruht und bei Kühen mit durchschnittlicher Klauentracht den Notenvorschlag für die Fundamentgesamtnote leicht erhöht.

Vom Zuchtwertschätzteam Baden-Württemberg referierte Dr. Pera Herold über die Herausforderungen denen sich die Leistungsprüfung in Zeiten der genomische Selektion zu stellen hat. Eine flächendeckende Leistungsprüfung ist aus ihrer Sicht unabdingbar. Sie kam, zum Schluss, dass eine genomische Zuchtwertschätzung nur mit einer genügend großen Lehrnstichprobe von weiblichen Tieren auf Dauer zuverlässig funktionieren wird.

Die gleiche Meinung vertrat Dr. Reiner Emmerling vom Lfl. Er stellte das Projekt BraunviehVison vor. Dabei wird von allen weiblichen Nachkommen ein Genomtest gezogen welche dann Leistungsdaten für in die weibliche Lernstichprobe liefert. Auch bei Fleckvieh stehen bereits derartige Projekte vor dem Start. Es ist dabei wichtig, dass die Genomproben über einen möglichst gleichmäßigen Querschnitt der Population gezogen werden. Nur so können die Sicherheiten der genomischen Zuchtwerte weiter erhöht und auf Dauer abgesichert werden.

Die Rinderunion Baden-Württemberg organisierte am Abend einen Betriebsbesuch beim Zuchtbetrieb Bertel GbR in Horgenzell. Die Züchterfamilie ist immer wieder auf Schauen im In- und Ausland vertreten und die Teilnehmer konnten sich von der hohen Qualität der Kühe vor Ort überzeugen. Im Anschluss daran wurde noch zu einem Abendessen im „Vorseer Stallbesen“ geladen, wo es noch Zeit für ausgiebigen Gedankenaustausch und Diskussionen gab.

Die beiden interessanten und lehrreichen Schulungsstage werden sicher zur weiteren Verbesserung der Einheitlichkeit der Nachzuchtbewertung und der daraus resultierenden Exterieurzuchtwerte der Besamungsstiere beitragen.

 

 

 

 

 

 

 

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