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Exterieur-Treffen Frankreich

In regelmäßigen Abständen veranstaltet die europäische Arbeitsgruppe Exterieur unter der Leitung von Ing. Johann Tanzler, Fleckvieh-Austria, ein Meeting zum Thema Weiterentwicklung und Harmonisierung der Exterieur-Bewertung in den Mitgliedsländern der Europa- und der Weltfleckviehvereinigung (EVF, WSSF).

30 Teilnehmer aus 11 Ländern nahmen an der Arbeitsgruppe Exterieur in Frankreich teil.

 

Bestens organisiert wurde die diesjährige Tagung, vom 24. bis 25. Oktober 2017 in Brumath vor Ort von der nationalen Fleckviehorganisation Simmental France durch Direktor Hervé Vignon. Für die praktischen Übungen, gestaltet von Schulungsleiter Bernd Luntz, LFL Bayern, stand idealerweise der 150-Kuh Betrieb (2 Melkroboter) von Präsident Jean Bernard zur Verfügung

Mehr als 30 Teilnehmer aus 11 Ländern folgten der Einladung in den Elsass. Das bedeutet einen neuen Rekord an Teilnehmerländern und bekundet das große internationale Interesse an der Fleckviehzucht.

Am Beginn standen kurze Vorträge aus den Ländern über den Stand und die Umsetzung der Bewertung nach dem System Fleckscore im jeweiligen Land. Anschließend präsentierte
Dr. Dieter Krogmeier, LFL Grub/DE, Auswertungen zu neuen Testmerkmalen bei der Exterieurbewertung, welche in Deutschland und Österreich versuchsweise miterfasst wurden.

In der anschließenden Diskussion einigte man sich auf die Einführung des neuen Merkmales „Strichplatzierung hinten“ als zusätzliches Einzelmerkmal in der Euter-Komplexnote. Einer weiteren starken Zunahme von eng platzierten hinteren Zitzen soll so entgegen gewirkt werden.

Keine Aufnahme findet die Hinterbeinstellung. Das in Österreich erhobene Testmerkmal besitzt einerseits eine eher geringe Erblichkeit und andererseits ist die Frequenz an hessig gestellten Tieren in den letzten Jahren stark rückläufig.

Positiv verlief die Abstimmung über die Einführung einer Exterieur-Gesamtnote. Aus den Noten für Rahmen, Bemuskelung, Fundament und Euter wird mit einer Gewichtung von 10/20/30 und 40 Prozent ein so genannter „Finalscore“ errechnet und veröffentlicht. Dabei gibt es bei Rahmen und Bemuskelung einen Optimalwert von 83 Punkten, welcher mit der Höchstnote in der Berechnung des Finalscores berücksichtigt wird. Für Tiere mit starken Abweichungen vom Optimum in der Beckenneigung, oder für Tiere mit Fehlern in der Oberlinie, gibt es Abzüge in der Fleckscore-Gesamtnote.

Am zweiten Tag standen Vergleichsbewertungen am Tier auf der Tagesordnung. Am Zuchtbetrieb Jean Bernard wurden mehrere Kühe von den Teilnehmern nach Fleckscore bewertet. Anschließend wurde eine Auswertung für jedes Land zur Verfügung gestellt, anhand derer jedes Teilnehmerland seine Bewertungen analysieren konnte. Die Ergebnisse zeigen eine starke Verbesserung der Einheitlichkeit der Fleckscore-Beurteilung in den verschiedenen Ländern. Eine gemeinsame Nachbesprechung am Tier mit einer Diskussion der Beurteilungen wird zur weiteren Harmonisierung von Fleckscore beitragen.

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