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Das Kalb - die Kuh von morgen!

Die RINDERZUCHT AUSTRIA ruft für das Jahr 2017 den Themenschwerpunkt „Das Kalb – die Kuh von morgen“ aus.

 

Unter diesem Motto sind Fachberichte, Vorträge und Veranstaltungen geplant, welche die Themen rund um das Kalb näher beleuchten werden. Die Basis für einen erfolgreichen Rinderbetrieb sind gesunde Kälber. Dies wird vor allem aus betriebswirtschaftlicher Sicht oftmals vernachlässigt. In diesem Punkt steckt aus Sicht der RINDERZUCHT AUSTRIA noch sehr viel Potential. Ziel dieses Themenschwerpunktes ist es daher, Landwirte für dieses Thema zu sensibilisieren und eine Verbesserung der Kälbergesundheit und somit eine Reduktion der Aufzuchtverluste zu erwirken. Die Kälberaufzucht erfordert von der Geburt über die optimale Fütterung und Haltung bis hin zu einer der wichtigsten Faktoren, der Hygiene, viel Wissen und Erfahrung.

Risikopaarungen vermeiden

Neben den zahlreichen täglichen Maßnahmen aus der Praxis liefert die Rinderzucht dazu neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verbesserung der Kälbergesundheit und zur Suche und Kontrolle von Erbkrankheiten. So können mit Hilfe eines intensiven Erbfehlermonitorings der ZAR/ZuchtData in Zusammenarbeit mit der TU München Erbfehler genetisch erkannt und die Kälbersterblichkeit in weiterer Folge vermindert werden. Züchterisch können somit im Vorhinein Risikopaarungen mit bekannten Anlageträgern vermieden werden. Hier liefert das seit nunmehr fünf Jahren aktive Anpaarungsprogramm OptiBull eine wichtige Basis. Das Programm steht als eigener Programmteil unter zar.at -> Service -> RDV-Portal den Zuchtberatern und Züchtern zur Verfügung.

 

Hygiene im Kälberstall hat neben der optimalen Fütterung oberste Priorität.

Starke Genetik als wichtiger Startvorteil

Neben der intensiven Suche nach diesen genetischen Besonderheiten steht auch die Geburt des Kalbes im Fokus der Rinderzucht. Als Merkmal für den Kalbeverlauf bzw. die Leichtkalbigkeit wird eine 5-stufige subjektive Skala in Abhängigkeit von der notwendigen Geburtshilfe verwendet. Als sehr zweckmäßiges Hilfsmerkmal dient seit kurzem die Trächtigkeitsdauer. Verlängert sich diese um 10 Tage, so erhöht sich die Schwergeburtenrate um ca. 2-3%. Die neue Zuchtwertschätzung Aufzuchtverluste umfasst einerseits die Totgeburtenrate, dh. das Kalb wurde bereits tot geboren oder ist innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt verendet. Andererseits die Verendungen von männlichen Kälbern bis zum 10. Monat und von weiblichen Kälbern bzw. Jungrindern bis zum Alter von 15 Monaten. Veröffentlicht wird nun seit der Zuchtwertschätzung im April 2016 der neue Vitalitätswert (VIW), der sich entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung aus der Totgeburtenrate und den Aufzuchtverlusten zusammensetzt.

Die LK OÖ hat diese Broschüre mit den Inhalten Fütterung, Baumaßnahmen, Management, Krankheiten und Rechtsnormen erstellt.

Mit dieser Einführung stehen nun weitere wertvolle Daten der bisher züchterisch nicht erfassten Aufzuchtphase zur Verfügung. Um das genetische Potential auch vollständig ausschöpfen zu können, ist es wichtig, bestmögliche Rahmenbedingungen für die Kälberaufzucht zu schaffen.

Aufzucht verursacht hohe ökonomische Verluste

Nach einer Studie von Fürst-Waltl und Sørensen im Jahre 2010 an mehr als einer halben Million dänischer Holsteinkalbinnen verendeten über die gesamte Aufzuchtperiode 9,4% aller Tiere. Die Aufzuchtperiode ist bis hin zur Abkalbung definiert, ohne Berücksichtigung von geschlachteten bzw. exportierten Tieren. Untersuchungen von Fürst-Waltl und Fürst im Jahre 2010 mit österreichischen Daten zeigten, dass ab dem 3. Lebenstag bis zur Kalbung etwa 4% aller weiblichen Fleckviehkälber bzw. Jungrinder als verendet gemeldet wurden. Beim Braunvieh waren dies etwa 6%. Damit ist klar, dass die Kälberaufzucht mit diesem hohen Anteil an Verlusten einen bedeutenden betriebswirtschaftlichen Faktor darstellt. Je später der Verlust in der Aufzuchtphase, umso höher der ökonomische Verlust.

Zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen

So startet bereits Anfang Februar mit der Wintertagung in Aigen im Ennstal in Kooperation mit der ZAR Obmann Stefan Lindner zum Thema „Der Weg der RINDERZUCHT AUSTRIA“. Über das Thema „Abkalbung – praktische Anleitung“ referiert Tierarzt Mag. Walter Peinhopf, „Kälber-haltung und Aufzucht“ behandelt Johann Häusler vom LFZ Raumberg-Gumpenstein. Anfang Februar findet an der LFS Kirchberg ein Seminar zum Generalthema „Die Herausforderung - jedes Jahr ein gesundes Kalb“ statt. Am 15. März folgt die Kremesberger Fachtagung der VetMedUni Wien in Kooperation mit der ZAR. Ein „Internationaler Kälberfachtag“ findet am 30. März im Internationalen Kompetenzzentrum für Milchviehhaltung und Rinderzucht in Pyhra statt. Dabei werden in- und ausländische Firmen die neuesten Trends von der Kälbertränke bis zur Kälberaufstallung in der Praxis vorstellen. Seitens der Landwirtschaftskammer gibt es umfangreiche Unterlagen und im Rahmen von LFI-Kursen praktische Anleitungen zu diesem Thema. Weiters sind in einschlägigen Fachzeitschriften Artikelreihen zu diesem Thema geplant.

 

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