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Fleckscore - Neue Qualität in der Exterieurbewertung

In der AGÖF Mitgliederversammlung vom 14. August 2014 wurde eine Neuorientierung im Bereich der Exterieurbewertung bei Fleckvieh in Österreich beschlossen.

Der praktische Teil der Schulung wurde am Zuchtbetrieb der Familie Gramshammer in Vomp abgehalten.

Beginnend mit 1.Oktober 2014 sind alle Mütter von in der Besamung eingesetzten Stieren nach dem System FLECKSCORE zu beschreiben bzw. zu bewerten. Die AGÖF spricht in weitere Folge die Empfehlung aus, dass züchterisch interessante Kühe, insbesondere Mutter von genotypisierten Kandidaten, ebenfalls mit FLECKSCORE beurteilt werden sollen.

Passend zu Beginn des neuen Beurteilerjahres organisierte daher der RZV Tirol in Zusammenarbeit mit der AGÖF eine Schulungsveranstaltung zum Thema FleckScore in Anwendung bei Jung- und Mehrkalbskühen. Als Referenten konnten die bayrischen Experten Bernd Luntz und Dr. Dieter Krogmeier vom ITZ in Grub gewonnen werden. Die Veranstaltung bildete gleichzeitig den Rahmen für das 1. Offizielle Treffen der Chefbewerter Österreichs. Dieses neue Gremium der Exterieurverantwortlichen je Bundesland unter der Leitung von Reinhard Pfleger soll ein Bindeglied zwischen AGÖF und den Beurteilern in den einzelnen Organisationen sein.

Bernd Luntz erläutert in seinen Ausführungen die klaren Vorteile, die das System FleckScore in der linearen Beschreibung der Jungkühe mit sich gebracht hat. Er stellt die Überlegungen dar, warum das System zur Bewertung der Bullenmütter weiterentwickelt wurde und lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit der Länder Bayern, Württemberg, Hessen und Österreich. Das Ziel der besseren Vergleichbarkeit und Harmonisierung zwischen den Zuchtgebieten ist mit FleckScore 1 gut gelungen. Nun sollen mit FleckScore 2/3/3+ ähnliche Fortschritte in der Bullenmütterbewertung erzielt werden. Er berichtete von den Erfahrungen der ersten rund 2000 Bewertungen mit FleckScore für Bullenmütter aus Bayern und betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit von Monitoringmaßnahmen. Diese sollen zukünftig gemeinsam mit Österreich zentral nach jeder ZWS vorgenommen werden und enthalten Auswertungen je Beurteiler über Mittelwerte und Standardabweichungen der Haupt- und Einzelnoten, sowie Abweichungsprozentsätze von den berechneten Hauptnoten und Mängelstatistiken.  Seitens der AGÖF wird dieses Monitoring zentral geleitet und an die jeweiligen Chefbewerter je Bundesland zur Bearbeitung vor Ort weitergeben. Abschließend ging Bernd Luntz auf das Projekt „Virtuelle Kuh“ ein und hofft, dass die Internetanwendung in den nächsten Monaten voll funktionsfähig sein wird.

Dieter Krogmeier zeigte im zweiten Theorieteil wissenschaftliche Hintergründe des Systems FleckScore auf. Der EDV unterstützten Ableitung der Vorschlagsnote für die Hauptmerkmale R/F/E liegen klare Grundlagen der Beziehung zur effektiven Nutzungsdauer zugrunde. Ebenfalls zeigt er die gleitend wirkende Berechnungsformel für die Hauptnotenvergabe bei Anwendung des Systems bei Mehrkalbskühen  auf. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass  FleckScore in der Lage ist die Vorschlagsnoten laktationsspezifisch zu berechnen und dabei die körperliche Weiterentwicklung der Kuh berücksichtigt. Die durchschnittliche Ausprägung ist mit etwa 80,5 Punkten bei gleicher Streuung je Laktation definiert. Eine Kuh mit 81 Punkten entspricht in jeder Laktation dem Durchschnitt sieht aber in Abhängigkeit der Laktationszahl unterschiedlich aus.

Der praktische Teil der Schulung wurde am Zuchtbetrieb Familie Gramshammer in Vomp abgehalten. Bernd Luntz erläuterte am lebenden Tier den Ablauf der Bewertung nach FleckScore, wobei nochmals genau auf die Definition der gemessenen und beschrieben Merkmalsausprägungen eingegangen wurde. Es wurden Kühe in unterschiedlichen Laktationen beschrieben und über die Arbeitsweise von FleckScore für Mehrkalbskühe intensiv diskutiert.

Abschließend wurde intensiv unter den Teilnehmern zu Themen der Evaluierung und Weiterentwicklung des Systems FleckScore in Österreich diskutiert. 

Im Namen der AGÖF ist ein herzlicher Dank dem RZV Tirol für die Organisation der Veranstaltung, den bayrischen Referenten Bernd Luntz und Dr. Dieter Krogmeier für den bestens vorbereiteten fachlichen Input, DI. Martin Unterweger für die Unterstützung seitens der ZAR sowie der Züchterfamilie Gramshammer für Aufnahme und Gastfreundschaft auf ihrem Betrieb auszusprechen.

 

 

 

 

 

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