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60 Jahre ZAR – Die Zeit von 1975 bis 1994

Das Jahr 1975 startete mit der Einrichtung einer eigenen EDV-Arbeitsgruppe im Dienste der ZAR und zeitgleich die Übersiedlung in den neuen Bürostandort zur Wiener Landwirtschaftskammer in der Gumpendorfer Straße. Die zunächst nur zwei Personen umfassende EDV-Gruppe hat vorerst die Aufgabe, die Betreuung, Wartung und Weiterentwicklung der Programme vom LFRZ zu übernehmen sowie die laufenden Arbeitsprozesse zu überwachen.

Verladung von Exportkalbinnen per Luftfracht nach Tunesien im Jahr 1977.

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Für den Zuchtviehexport nach Italien müssen zusätzlich zu den einheitlichen, fälschungssicheren Abstammungs- und Leistungsnachweisen auch Angaben über Eiweißleistungen angeführt werden. Um diese Anforderung erfüllen zu können, schaffen die Landeskontrollverbände bzw. die Milchuntersuchungsstellen neue Analysegeräte, die sogenannten IRMA-Geräte, an.

1978 führt Evelin Beer (ZAR) den italienischen Landwirtschaftsminister Giovanni Marcora durch die österreichische Tierhalle bei der Landwirtschaftsmesse in Foggia.

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Die Achtziger waren neben der ohnehin intensiven Weiterentwicklung der EDV geprägt von einem schweren Erdbeben in Süditalien, das große Schäden bei den dort ansässigen Bauern verursachte. Der amtierende ZAR-Obmann übergibt kurzer Hand insgesamt 85 Stück Zuchtrinder unter enormem Medienecho an die am härtesten getroffenen Bauern in den Provinzen Avelino, Salerno und Potenza. Die gespendeten Gelder stammen von den Rinderzuchtverbänden, Landwirtschaftskammern und Rinderexporteuren sowie ein wesentlicher Teil aus Bundesmitteln. Die EU-Milchquotenregelung auf Basis der Milchanlieferungsmengen des Milchwirtschaftsjahres (1. April 1983 bis 31. März 1984) wird etabliert, die Ende März 2015 endgültig ausläuft. Einen großen Fortschritt aus züchterischer Sicht stellte die Einführung des BLUP-Vatermodells dar, bei dem Kuh-Zuchtwerte näherungsweise bestimmt werden. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs erfolgt nun die Verlagerung des österreichischen Zuchtviehmarketings in neue Absatzländer.

Melkbarkeitsprüfung mit der Viertelgemelksmaschine am Pinzgauer Zuchtbetrieb Scharfetter im Flachgau, Salzburg, als wichtiger Bestandteil der Milchleistungskontrolle und vor allem als Voraussetzung für einen möglichen Einsatz als Stiermutter.

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Die Neunziger führten mit der Einführung des BLUP-Tiermodells in eine wesentliche Weiterentwicklung der Zuchtwertschätzung. Diese Methode wird seither bei allen Merkmalen (außer Nutzungsdauer) eingesetzt. Erstmals wird auch für ein Fitnessmerkmal, die Persistenz, eine Zuchtwertschätzung durchgeführt. Zur Vorbereitung auf den EU-Beitritt Österreichs wird im Jahre 1992 die Agrarmarkt Austria (AMA), als Körperschaft des öffentlichen Rechts, mit den Aufgaben der Förderungsabwicklung und Kontrolle sowie eines zukunftsorientierten Marketings landwirtschaftlicher Produkte geschaffen.

Bis 1993 war der Leiter der Tierzuchtabteilung im BMFLUW automatisch Geschäftsführer der ZAR. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ab sofort ein eigener Geschäftsführer für die ZAR eingestellt.

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